Evonik Aktie: CPHI-Preis für Self Driving Labs
Berenberg erhöhte sein Kursziel, während Evonik am 3. November den Bericht zum dritten Quartal 2026 vorlegen wird.

- Berenberg stuft Evonik auf Hold hoch
- Parmantier & Cie. vergibt Halteempfehlung
- SPD-Fraktion beantragt Schutz vor Übernahme
- Quartalsbericht erscheint am 3. November
Beim Spezialchemiekonzern Evonik richtet sich der Blick nach den jüngsten Übernahmespekulationen nun verstärkt auf das operative Geschäft und anstehende Termine.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Debatte um ein Interesse von BASF stehen für das Essener Unternehmen in dieser Woche wichtige Branchenveranstaltungen auf der Agenda, bevor Anfang November der nächste Zwischenbericht folgt. An der Börse notiert die Aktie nach einer kräftigen Rally der vergangenen Wochen aktuell bei 21,06 Euro und verzeichnet damit ein Tagesminus von 1,7 Prozent.
Operative Initiativen im Gesundheits- und Spezialitätengeschäft
Auf der geschäftlichen Seite setzt Evonik verstärkt Akzente im Pharmabereich. Das Unternehmen nimmt ab dem morgigen Dienstag bis zum 15. Oktober am Festival of Biologics in der Schweiz teil. Zudem steht vom 14. bis 16. Oktober der SEPAWA Congress in Deutschland im Kalender der Essener.
Zuvor vermeldete der Konzern technologische Fortschritte in der pharmazeutischen Sparte. Für die Entwicklung sogenannter Self Driving Labs erhielt das Unternehmen am 6. Oktober auf der Branchenmesse in Mailand den CPHI Pharma Award in der Kategorie „Digital Transformation“.
Parallel dazu arbeitet Evonik an einer biologisch abbaubaren Polymerplattform, die als technische Grundlage für künftige Generationen funktioneller Hilfsstoffe der Marke EUDRAGIT zur oralen Wirkstoffabgabe dienen soll.
Analysten heben den Daumen bei der Bewertung
Die strategischen Entwicklungen und das Übernahmeumfeld spiegeln sich auch in den jüngsten Einschätzungen der Analysten wider. Am 6. Oktober stufte Berenberg-Analyst Sebastian Bray die Aktie von „Sell“ auf „Hold“ hoch und setzte das Kursziel von 15,50 auf 20,00 Euro herauf. Bray begründete den Schritt mit dem Übernahmeinteresse von BASF, da die damit verbundenen Diskussionen den Kurs selbst bei sinkenden Methioninpreisen stützen könnten.
Am selben Tag veröffentlichte auch das Analysehaus Parmantier & Cie. eine Einstufung für den Chemiekonzern. Im Rahmen einer Branchenstudie vergaben die Experten ein „Halten“-Votum und definierten ein Kursziel von 20,50 Euro für das Wertpapier.
Politischer Widerstand und anstehender Finanzbericht
Flankiert wird das Marktgeschehen von einer intensiven industrie- und landespolitischen Auseinandersetzung in Nordrhein-Westfalen. Nachdem Evonik Medienberichten zufolge eine Offerte von BASF zurückgewiesen hatte, brachte die SPD-Landtagsfraktion einen Antrag zur Abwehr einer solchen Übernahme ein.
Vorgeschlagen wurde unter anderem eine staatliche Beteiligung des Landes, um gemeinsam mit der RAG-Stiftung eine Kontrollmehrheit abzusichern. Wirtschaftsministerium und Staatskanzlei äußerten sich zu einem solchen Schritt jedoch zurückhaltend, während die FDP das Vorhaben ablehnte.
Reuters berichtete zuletzt, BASF könne seine Offerte in weiteren Gesprächen anpassen; eine offizielle Bestätigung für ein höheres Angebot gibt es bislang nicht.
Mit einem Abstand von 2,6 Prozent bewegt sich das Papier derzeit unweit seines jüngst markierten 52-Wochen-Hochs von 21,62 Euro. Fundamentale Klarheit über den Geschäftsverlauf verspricht der 3. November 2026: An diesem Tag wird Evonik die offiziellen Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 veröffentlichen.
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