Evonik Aktie: Die Landesbeteiligung kommt!

Berenberg und Parmantier bewerten Evonik mit „Halten“; die Aktie liegt nahe ihrem 52-Wochen-Hoch.

Die Kernpunkte:
  • SPD schlägt Prüfung einer Landesbeteiligung vor
  • Berenberg hebt Evonik auf „Hold“
  • Aktie gewinnt seit Jahresbeginn 60 Prozent
  • Zwischenbericht zum dritten Quartal am 3. November

Die Diskussion um die Zukunft von Evonik verlagert sich zunehmend in die Landespolitik von Nordrhein-Westfalen. Nachdem die SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag am Mittwoch vorschlug, eine Landesbeteiligung an dem Spezialchemiekonzern zu prüfen, steht das Thema vor der parlamentarischen Beratung im Landtagsplenum.

Der Vorstoß zielt darauf ab, dass das Land und die RAG-Stiftung gemeinsam über 50 Prozent plus X der Anteile halten, um eine feindliche Übernahme abzuwehren.

Hintergrund der Initiative ist das Werben des Chemiekonzerns BASF. Evonik hatte frühere Annäherungsversuche abgelehnt; laut Reuters lag eine frühere Offerte bei rund 22,15 Euro je Aktie und wurde als unzureichend bewertet.

Analysten sehen Bewertung nach Rally abgesichert

An den Finanzmärkten sorgte die Übernahmespekulation für spürbaren Auftrieb. Das Bankhaus Berenberg stufte das Papier am 5. Oktober von „Sell“ auf „Hold“ hoch und passte das Kursziel auf 20,00 Euro an.

Analyst Sebastian Bray begründete den Schritt damit, dass das BASF-Interesse der Aktie einen Bewertungsboden einziehe. Parmantier & Cie. versah den Titel am 6. Oktober im Rahmen einer Branchenstudie ebenfalls mit der Einstufung „Halten“ bei einem Kursziel von 20,50 Euro.

Am Freitag notierte die Aktie zum Handelsschluss bei 21,42 Euro und bewegt sich damit nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 21,62 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn auf 60 Prozent. Die Notierung bildet damit bereits wesentliche Teile eines möglichen Übernahmeaufschlags ab, während das Kuratorium der RAG-Stiftung die Gespräche bislang den Vorständen beider Unternehmen überlässt.

Operativer Fortschritt vor den Quartalszahlen

Abseits der Eigentümerstruktur treibt der Konzern die Weiterentwicklung seines Portfolios voran. Am Montag stellte Evonik Labormengen einer neu entwickelten biologisch abbaubaren Polymerplattform für ausgewählte Partner bereit, die als Basis für künftige Hilfsstoffe zur oralen Arzneimittelverabreichung dienen soll.

Zudem erhielt das Unternehmen am Mittwoch eine Auszeichnung bei den CPHI Pharma Awards in der Kategorie der digitalen Transformation für automatisierte Laboranwendungen.

Klarheit über die fundamentale Entwicklung im laufenden Geschäft erhalten Marktteilnehmer in wenigen Wochen. Evonik wird den Zwischenbericht für das dritte Quartal am 3. November vorlegen. Bis zu diesem Termin dürften vor allem die politischen Signale aus Nordrhein-Westfalen und das Taktieren der Großaktionäre den Takt an der Börse vorgeben.

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