Evonik Aktie: Die Self-Driving-Labs-Wette!

Evonik meldete neue Forschungsprojekte; BASF-Gespräche laufen nicht, während Berenberg die Aktie auf „Hold“ hochstufte.

Die Kernpunkte:
  • Biologisch abbaubare Polymerplattform entwickelt
  • CPHI-Preis für digitale Forschungslabore
  • Evonik bestätigt derzeit keine BASF-Gespräche
  • Berenberg hebt Kursziel auf 20 Euro

Während an den Finanzmärkten weiterhin über die Eigentümerstruktur des Essener Chemiekonzerns debattiert wird, treibt Evonik eigene Vorhaben in Forschung und Digitalisierung voran. Vor der anstehenden Veröffentlichung der Geschäftszahlen zum dritten Quartal bewegt sich das Unternehmen in einem Spannungsfeld aus wissenschaftlicher Neuausrichtung, politischen Debatten und anhaltenden Marktspekulationen.

Forschungsprojekte und digitale Transformation

Am 5. Oktober meldete Evonik die Entwicklung einer biologisch abbaubaren Polymerplattform für künftige EUDRAGIT®-Hilfsstoffe. Diese Polymere dienen der oralen Verabreichung von Arzneimitteln. Für gemeinsame Entwicklungsvorhaben mit ausgewählten Industriepartnern stellt das Spezialchemieunternehmen derzeit nicht-kommerzielle Labormengen zur Verfügung.

Ergänzt wird diese Entwicklung durch Initiativen im Bereich automatisierter Forschungsprozesse. Am 6. Oktober erhielt Evonik bei den CPHI Pharma Awards 2026 den Preis in der Kategorie „Digital Transformation“. Gewürdigt wurde das Unternehmen dabei für seine Self Driving Labs, mit denen Prozessschritte in der pharmazeutischen Entwicklung digital gesteuert und beschleunigt werden sollen.

Die Diskussion um das BASF-Interesse

Parallel zum operativen Tagesgeschäft bleibt das Übernahmeinteresse von BASF bestimmend für die Wahrnehmung des Konzerns. Am Freitag berichtete Reuters unter Berufung auf zwei BASF-nahe Quellen, dass der Ludwigshafener Konzern sein zuvor abgewiesenes Angebot für Evonik nachbessern könnte, sollten entsprechende Gespräche zustande kommen. Evonik stellte klar, dass derzeit keine Gespräche geführt werden. Ein höheres Angebot ist bislang nicht bestätigt.

Ebenfalls am Freitag trat das Kuratorium der RAG-Stiftung zu einer Online-Sitzung zusammen, um sich über das Interesse von BASF an Evonik informieren zu lassen. Eine Festlegung hinsichtlich einer Veräußerung traf das Gremium laut Berichten nicht.

Am Donnerstag hatte bereits die Gewerkschaft IGBCE klare Zusagen und Antworten bezüglich der Standorte und der Beschäftigten von Evonik eingefordert. Die SPD-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen schlug zudem vor, eine Beteiligung des Bundeslandes an Evonik zu prüfen.

Analysteneinschätzung und Börsenbewertung vor den Quartalszahlen

Auch am Kapitalmarkt führten die jüngsten Entwicklungen zu neuen Bewertungen. Am 5. Oktober stufte die Privatbank Berenberg die Evonik-Aktie von „Sell“ auf „Hold“ herauf und hob das Kursziel von 15,50 auf 20 Euro an.

Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 21,42 Euro, womit der Kurs knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 21,62 Euro lag. Die Marktkapitalisierung von Evonik beläuft sich auf 9,79 Milliarden Euro. Neue fundamentale Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens folgen am 3. November 2026 mit der Vorlage der Ergebnisse für das dritte Quartal.

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