Evonik Aktie: Die Stiftung entscheidet!

BASF erwägt laut Bericht ein höheres Angebot, doch Evonik führt weiterhin keine Gespräche; die RAG-Stiftung hat sich nicht festgelegt.

Die Kernpunkte:
  • BASF erwägt höhere Offerte bei Verhandlungen
  • Evonik bestätigt weiterhin fehlende Gespräche
  • RAG-Stiftung lässt Haltung zur Offerte offen
  • Berenberg hebt Rating und Kursziel an

Rund um Evonik hat sich das Marktumfeld spürbar aufgeheizt. Die Spekulationen über ein mögliches Übernahmeinteresse des Ludwigshafener Chemiekonzerns BASF bestimmen die Diskussion bei dem Essener Spezialchemiekonzern. Am Freitag ging die Aktie bei 21,42 Euro aus dem Handel und notiert damit knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 21,62 Euro.

Spekulationen um BASF und Haltung der Stiftung

Laut Reuters erwägt BASF nach Angaben aus dem Umfeld des Konzerns eine Aufstockung der Offerte, falls direkte Verhandlungen zustande kommen sollten. Vonseiten Evoniks hieß es dazu am Freitag, dass weiterhin keine Gespräche geführt würden. Damit stehen sich die beiden Konzerne vorerst distanziert gegenüber.

Eine Schlüsselrolle in der weiteren Entwicklung kommt der RAG-Stiftung zu. Als bedeutender Anteilseigner ließ sich das Kuratorium der Stiftung am Freitag durch den Vorstand über das Interesse von BASF informieren. Ein Beschluss oder eine Richtungsentscheidung bezüglich der Offerte wurde im Anschluss an die Unterrichtung nicht bekanntgegeben. Damit bleibt die Haltung des Ankeraktionärs vorerst offen.

Operative Impulse und Einschätzung der Analysten

Am Kapitalmarkt finden die Entwicklungen bereits Niederschlag. Am 5. Oktober stufte Berenberg-Analyst Sebastian Bray die Aktie von „Sell“ auf „Hold“ hoch und hob das Kursziel von 15,50 auf 20 Euro an. Bray begründete diesen Schritt mit dem Übernahmeinteresse von BASF.

Abseits der M&A-Thematik arbeitet das Essener Unternehmen weiter an der eigenen technologischen Aufstellung. Für die Entwicklung sogenannter Self Driving Labs erhielt das Unternehmen auf der CPHI-Messe in Mailand am 6. Oktober den CPHI Pharma Award 2026 in der Kategorie „Digital Transformation“.

Ergänzend dazu stellte das Unternehmen eine biologisch abbaubare Polymerplattform für orale Arzneimittelhilfsstoffe vor, für die erste Labormengen für Partner bereitstehen.

Die Gemengelage bei Evonik bleibt von zwei Faktoren geprägt. Während operative Schritte die Eigenständigkeit untermauern sollen, dominiert die Frage möglicher Annäherungen zwischen Essen und Ludwigshafen das Geschehen. Solange keine offiziellen Gespräche aufgenommen werden, bleibt die Übernahmefantasie das zentrale Thema am Markt.

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