Evonik Aktie: Die Stiftungs-Posse!
Berenberg hob Evoniks Bewertung auf Hold und das Kursziel auf 20 Euro; BASF hat bislang kein neues verbindliches Angebot vorgelegt.

- Landtag verwirft SPD-Antrag auf Landesbeteiligung
- NRW-Ministerin spricht sich gegen BASF-Übernahme aus
- BASF verlangt vor höherem Gebot Einblick
- Berenberg erhöht Kursziel auf 20 Euro
Im Tauziehen um die Zukunft von Evonik hat sich das Düsseldorfer Landesparlament gegen eine direkte staatliche Intervention entschieden. Der Landtag von Nordrhein-Westfalen lehnte gestern einen Antrag der SPD-Fraktion ab, der ein stärkeres Eingreifen des Landes und eine mögliche Landesbeteiligung an dem Essener Spezialchemiekonzern gefordert hatte.
Politischer Widerstand gegen Übernahme durch BASF
Trotz des parlamentarischen Neins zu einem Einstieg des Landes bleibt die politische Führung in Düsseldorf auf Distanz zu den Plänen aus Ludwigshafen. Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur sprach sich gegen eine Übernahme von Evonik durch BASF aus. Das Ziel der Landesregierung ist es, Forschung, Entwicklung, Verwaltung und die Konzernzentrale am Standort in Nordrhein-Westfalen zu sichern.
BASF erwägt Medienberichten zufolge zwar eine höhere Offerte für Evonik, knüpft diesen Schritt jedoch an Bedingungen: Vor einer Nachbesserung verlangt der Konzern Einblick in die Bücher von Evonik. Ein verbindliches neues Angebot liegt bisher nicht vor. Zuvor war eine BASF-Offerte im Volumen von rund zehn Milliarden Euro bei Evonik auf Ablehnung gestoßen.
Zurückhaltung beim Großaktionär und Analystenblick
Im Zentrum der weiteren Entwicklung steht die RAG-Stiftung, die als Großaktionärin eine Schlüsselrolle einnimmt. Das Kuratorium der Stiftung ließ sich in einer Sitzung über das Interesse von BASF informieren, vermied jedoch nach Berichten des Handelsblatts ein klares Bekenntnis zur weiteren Eigenständigkeit von Evonik.
Die Spekulationen um den Einstieg hatten das Papier zuletzt deutlich angetrieben. Am 5. Oktober reagierte das Analysehaus Berenberg auf das Geschehen: Analyst Sebastian Bray hob die Einstufung für Evonik von „Sell“ auf „Hold“ an und setzte das Kursziel von 15,50 auf 20 Euro herauf. Bray begründete den Schritt mit dem Übernahmeinteresse von BASF, das den Aktienkurs stützen dürfte.
Kurs konsolidiert nach Höchststand
Nach der jüngsten Rally legte das Papier gestern eine Pause ein. Die Aktie gab um 1,7 Prozent nach und schloss bei 21,10 Euro. Damit notiert der Titel knapp unter seinem gestern markierten 52-Wochen-Hoch von 21,84 Euro.
Für Evonik-Aktionäre richtet sich der Blick neben den Verhandlungen zunehmend auf die operativen Kennzahlen: Am 3. November 2026 legt das Unternehmen seine Quartalsergebnisse für das dritte Quartal vor.
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