Evonik Aktie: Dividende gesenkt

Der Spezialchemiekonzern kürzt die Ausschüttung und gibt eine breite EBITDA-Spanne für 2026 bekannt. Ein umfassendes Effizienzprogramm soll Kosten senken.

Die Kernpunkte:
  • Dividende sinkt von 1,17 auf 1,00 Euro
  • EBITDA-Ziel für 2026 zwischen 1,7 und 2,0 Mrd. Euro
  • Effizienzprogramm soll 400 Mio. Euro jährlich sparen
  • Branchentarifstreit und hohe Kosten belasten

Der Spezialchemiekonzern aus Essen steht vor einem kritischen Tag. Morgen legt Evonik die vollständigen Zahlen für 2025 vor – und liefert damit die lang erwartete Guidance für 2026. Gleichzeitig drückt eine reduzierte Dividende, ein laufender Konzernumbau und ein festgefahrener Branchentarifstreit auf die Stimmung.

Jahresbericht bringt Klarheit

Am 4. März 2026 veröffentlicht Evonik die detaillierten Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr. Das operative Ergebnis sank nach vorläufigen Angaben von 2,065 Milliarden Euro auf etwa 1,874 Milliarden Euro. Dennoch erfüllte der Konzern seine Jahresprognose. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 265 Millionen Euro – mehr als die 222 Millionen Euro des Vorjahres.

Entscheidend wird der Ausblick auf 2026 sein. Für das laufende Jahr peilt Evonik ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro an. Diese breite Spanne spiegelt die anhaltende Unsicherheit im Chemiegeschäft wider. Anleger achten zudem auf Signale zur Nachfrageentwicklung in Schlüsselmärkten wie der Automobil- und Bauindustrie.

Neue Dividendenpolitik kostet Rendite

Eine zentrale Änderung betrifft die Ausschüttungsstrategie. Künftig sollen zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses an die Aktionäre fließen – deutlich flexibler als bisher. Diese Regel gilt ab dem Geschäftsjahr 2026.

Für 2025 schlägt der Vorstand der Hauptversammlung am 3. Juni eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor. Das entspricht bei aktuellem Kursniveau einer Rendite von rund 7 Prozent. Im Vorjahr wurden noch 1,17 Euro gezahlt. Die Kürzung dient der finanziellen Flexibilität, kommt bei Anlegern aber selten gut an.

Effizienzprogramm auf Zielgeraden

Parallel läuft der konzernweite Umbau unter dem Namen „Evonik Tailor Made“ weiter. Das Programm soll 2026 abgeschlossen werden und dann jährlich rund 400 Millionen Euro einsparen. Etwa 80 Prozent der Einsparungen resultieren aus Personalabbau: Bis zu 2.000 Stellen sollen weltweit wegfallen, davon rund 1.500 in Deutschland.

Seit April 2025 agiert Evonik in zwei Segmenten – „Custom Solutions“ und „Advanced Technologies“. Beide erzielen jeweils etwa 6 Milliarden Euro Jahresumsatz. Die verschlankte Struktur soll Entscheidungen beschleunigen und Hierarchien abbauen.

Branchenprobleme belasten zusätzlich

Das Umfeld bleibt schwierig. Die Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie verliefen auch in der zweiten Runde ergebnislos. Hohe Energiepreise, Konjunkturflaute, US-Zölle und globale Überkapazitäten belasten die Branche. Die Gespräche werden am 24. und 25. März fortgesetzt.

Zusätzlich ist die Position des Finanzvorstands seit September 2025 vakant. Eine Neubesetzung bis zur Hauptversammlung gilt als wichtiges Signal für die Führungsstabilität. Einen kleinen Lichtblick könnte ein US-Gerichtsurteil vom 20. Februar bringen: Evonik prüft, ob unrechtmäßig erhobene Zölle erstattet werden. Die Summe liegt im kleineren zweistelligen Millionenbereich – spürbar, aber begrenzt.

Kritische Marke im Fokus

Der morgige Jahresbericht wird zeigen, ob Evonik mit dem Effizienzprogramm und der überarbeiteten Dividendenpolitik überzeugen kann. Die Aktie notiert aktuell bei 14,30 Euro und liegt damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 22,26 Euro vom März 2025. Anleger warten auf konkrete Zeichen einer Erholung – oder zumindest auf eine glaubwürdige Perspektive für das laufende Jahr.

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