Evonik Aktie: Dividende wird gekappt
Der Spezialchemiekonzern erreichte seine Gewinnziele, senkt jedoch die Ausschüttung und dämpft die Umsatzerwartungen für das laufende Jahr. Ein umfangreiches Sparprogramm soll die Margen stützen.

- Dividende sinkt von 1,17 auf 1,00 Euro je Aktie
- Umsatzprognose für 2026 nach unten korrigiert
- Sparprogramm soll 400 Millionen Euro jährlich einsparen
- Preise für Futtermittelzusatz MetAMINO um 10 Prozent erhöht
Der Spezialchemiekonzern Evonik hat seine Gewinnziele für das abgelaufene Jahr zwar erreicht, verlangt seinen Aktionären aber spürbare Zugeständnisse ab. Neben einer gekürzten Ausschüttung dämpft ein gesenkter Umsatzausblick für 2026 die Stimmung am Markt. Kann das laufende Sparprogramm die anhaltende Branchenflaute rechtzeitig kompensieren?
Auf den ersten Blick lieferte das Management solide Zahlen ab. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) landete 2025 mit 1,87 Milliarden Euro punktgenau im anvisierten Zielkorridor, während der Nettogewinn auf 265 Millionen Euro kletterte. Dennoch reagierte der Markt in den vergangenen Wochen verhalten, was sich in einem Kursrückgang von gut 9 Prozent auf Monatssicht widerspiegelt. Aktuell notiert das Papier bei 14,37 Euro. Ein wesentlicher Grund für diese Zurückhaltung dürfte die neue Ausschüttungspolitik sein: Für 2025 sinkt die Dividende von 1,17 Euro auf glatt 1,00 Euro je Aktie. Ab dem kommenden Jahr orientiert sich die Zahlung dann an einer flexiblen Quote von 40 bis 60 Prozent des Konzernergebnisses, was die Planbarkeit für Investoren deutlich einschränkt.
Margendruck und operative Gegenwehr
Operativ kämpft der Konzern weiterhin mit Gegenwind. Der Jahresumsatz schrumpfte um 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Besonders im Segment Advanced Technologies, das rund die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmacht, standen die Margen zuletzt unter Druck. Um gegenzusteuern, zieht das Management nun die Preisschraube an und erhöht die Tarife für den wichtigen Futtermittelzusatz MetAMINO weltweit mit sofortiger Wirkung um 10 Prozent.
Gleichzeitig läuft das groß angelegte Umbauprogramm „Evonik Tailor Made“ auf Hochtouren. Durch den Wegfall von 2.000 Stellen und flachere Hierarchien sollen die jährlichen Kosten bis Ende 2026 um 400 Millionen Euro sinken. Die Hälfte dieser anvisierten Einsparungen soll bereits im laufenden Jahr in der Bilanz sichtbar werden.
Gedämpfter Ausblick auf 2026
Trotz der internen Fortschritte zwingen hohe Energiepreise, globale Überkapazitäten und eine allgemeine Konjunkturflaute den Vorstand zu einer vorsichtigeren Prognose. Zwar soll das EBITDA 2026 stabil zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro bleiben, die Umsatzerwartung wurde jedoch auf 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro nach unten korrigiert. Erschwerend kommt hinzu, dass die Position des Finanzvorstands seit einem halben Jahr unbesetzt ist – eine Vakanz, die erst im Sommer beendet werden soll. Ein kleiner finanzieller Lichtblick bietet sich derweil in den USA: Dort prüft Evonik nach einem aktuellen Gerichtsurteil die Rückforderung von Zöllen in niedriger zweistelliger Millionenhöhe.
Ob die eingeleiteten Maßnahmen ausreichen, um das mittelfristige Ziel einer Kapitalrendite von 11 Prozent zu erreichen, wird sich an den kommenden Meilensteinen zeigen:
- 24./25. März 2026: Nächste Tarifverhandlungsrunde der Chemieindustrie
- Mai 2026: Veröffentlichung der Quartalszahlen (Q1)
- Juni 2026: Hauptversammlung und Abstimmung über die neue Dividendenpolitik
Das laufende Jahr markiert für Evonik den Abschluss einer tiefgreifenden strukturellen Neuordnung. Spätestens mit der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal im Mai muss das Management beweisen, dass die Kombination aus strikter Kostenkontrolle und gezielten Preiserhöhungen greift, um den stagnierenden Umsatz auszugleichen und die Margen nachhaltig zu stützen.
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