Evonik Aktie: Dividendenkürzung belastet

Der Spezialchemiekonzern erfüllte seine Gewinnziele für 2025, kürzt die Ausschüttung und korrigiert die Umsatzerwartungen. Die breite Prognosespanne signalisiert Unsicherheit.

Die Kernpunkte:
  • Dividende sinkt auf 1,00 Euro je Aktie
  • Umsatzprognose für 2026 nach unten korrigiert
  • Restrukturierung soll 400 Millionen Euro sparen
  • CFO-Posten bleibt weiterhin unbesetzt

Evonik erfüllte 2025 die eigene Gewinnprognose, senkt nun aber die Dividende und korrigiert den Umsatzausblick für 2026 nach unten. Die breite Prognosespanne signalisiert Unsicherheit – und der Markt reagierte prompt mit Abgaben.

Zahlen erfüllt, Umsatz geschrumpft

Der Essener Spezialchemiekonzern erreichte 2025 ein bereinigtes EBITDA von 1,87 Milliarden Euro und traf damit seine Prognose von rund 1,9 Milliarden Euro. Der Umsatz fiel jedoch um 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis verbesserte sich auf 265 Millionen Euro, nach 222 Millionen im Vorjahr.

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Die Cash Conversion Rate von 37 Prozent erreichte das obere Ende der Zielspanne, gestützt durch einen freien Cashflow von 695 Millionen Euro. Die Kapitalrendite (ROCE) sank allerdings auf 6,1 Prozent – deutlich unter dem mittelfristigen Ziel von 11 Prozent.

Beide Segmente unter Druck

Im Segment Custom Solutions ging der Umsatz um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro zurück. Geringere Volumen und Währungseffekte belasteten. Das bereinigte EBITDA fiel um 7 Prozent auf 909 Millionen Euro, die Marge verengte sich von 17,0 auf 16,6 Prozent.

Advanced Technologies verzeichnete einen Umsatzrückgang von 2 Prozent auf 5,97 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA sank um 8 Prozent auf 944 Millionen Euro, die Marge von 16,8 auf 15,8 Prozent.

Neue Dividendenpolitik senkt Ausschüttung

Zur Erhöhung der finanziellen Flexibilität soll die Ausschüttung künftig zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses liegen. Für 2025 schlägt der Vorstand 1,00 Euro je Aktie vor – nach zuletzt 1,17 Euro. Die neue Dividendenpolitik gilt regulär ab dem Geschäftsjahr 2026.

Ausblick 2026 nach unten korrigiert

Evonik revidierte die Umsatzprognose für 2026 auf 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro, von zuvor 14 bis 15 Milliarden. Die EBITDA-Guidance von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro blieb unverändert. Die breite Spanne von 300 Millionen Euro beim EBITDA deutet auf erhebliche Prognoseunsicherheit hin.

Das Restrukturierungsprogramm „Evonik Tailor Made“ soll 2026 abgeschlossen werden und dann jährlich rund 400 Millionen Euro einsparen. Bis zu 2.000 Stellen fallen weltweit weg, davon etwa 1.500 in Deutschland.

Offene Baustellen belasten

Der CFO-Posten ist seit September 2025 vakant. Die Tarifverhandlungen für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie verliefen ergebnislos, Fortsetzung am 24. und 25. März. Hohe Energiepreise, Konjunkturflaute und US-Zölle belasten die Branche strukturell.

Ein möglicher Lichtblick: Evonik prüft Rückerstattungen zuvor gezahlter US-Zölle nach einer Supreme-Court-Entscheidung vom 20. Februar 2026. Es geht laut Interim-CFO um einen „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in Euro“ – ein begrenzter, aber positiver Sondereffekt.

Am 3. Juni 2026 steht die virtuelle Hauptversammlung an, auf der über die Dividende abgestimmt wird. Die Quartalsmitteilung für Q1 2026 folgt am 8. Mai, der Halbjahresbericht am 4. August.

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