Evonik Aktie: Kommt die Staatshilfe?

Die SPD-Fraktion fordert, eine Übernahme zu verhindern; Berenberg hebt Evoniks Kursziel angesichts des BASF-Interesses auf 20 Euro.

Die Kernpunkte:
  • Evonik-Vorstand wirbt für Unabhängigkeit
  • NRW-SPD fordert Abwehr einer Übernahme
  • BASF könnte sein Angebot nachbessern
  • Berenberg erhöht Kursziel auf 20 Euro

Die Führung des Spezialchemiekonzerns Evonik geht im Ringen um die Zukunft des Essener Unternehmens in die Offensive. Nachdem das Management eine erste Offerte von BASF als unzureichend zurückgewiesen hatte, wirbt der Vorstand nun mit Nachdruck für die Eigenständigkeit des Konzerns. Unterstützung erhält das Unternehmen dabei aus der nordrhein-westfälischen Landespolitik, die sich gegen einen Verkauf formiert.

Am Mittwoch brachte die SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag einen Antrag ein, der die Landesregierung dazu auffordert, eine Übernahme von Evonik durch BASF abzuwenden. Dabei solle nach dem Willen der Abgeordneten selbst ein staatlicher Einstieg kein Tabu darstellen. Für den Konzernvorstand bedeutet dieser politische Flankenschutz eine willkommene Rückendeckung bei den Bemühungen, das Unternehmen unabhängig durch die Branchenkrise zu steuern.

Spekulationen über nachgebessertes Angebot

Gleichzeitig reißt der Druck von außen nicht ab. Laut der Nachrichtenagentur Reuters bezeichneten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen die bisherige Offerte aus Ludwigshafen als nicht endgültig. Sollten offizielle Verhandlungen zwischen beiden Chemiekonzernen zustande kommen, könnte BASF das Gebot demnach nachbessern. Der Dax-Konzern selbst lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab.

Die Fantasie rund um einen Bieterkampf oder einen höheren Übernahmepreis prägt auch die Einschätzung der Marktbeobachter. Am Montag stufte Berenberg-Analyst Sebastian Bray die Evonik-Aktie von „Sell“ auf „Hold“ herauf und hob das Kursziel von 15,50 auf 20 Euro an. Als Begründung für die Neubewertung verwies das Analysehaus explizit auf das Kaufinteresse von BASF, das dem Aktienkurs eine verlässliche Stütze bieten dürfte.

Notierung unweit des Jahreshöchststands

Am Kapitalmarkt bleibt das Papier vor diesem Hintergrund gefragt. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 21,42 Euro. Damit liegt das Papier nur minimal unter seinem 52-Wochen-Hoch von 21,62 Euro, das der Titel erst am selben Tag erreicht hatte.

Klarheit über die eigene operative Verfassung muss das Management bald liefern: Als nächster fester Unternehmenstermin steht am 3. November 2026 die Veröffentlichung der Quartalsmitteilung für das dritte Quartal im Finanzkalender. Bis dahin dürfte vor allem die Gemengelage aus Übernahmespekulation und politischem Gegenwind den Takt an der Börse vorgeben.

Anzeige

Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 10. Oktober liefert die Antwort:

Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Evonik: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Evonik