Evonik Aktie: Kündigungs-Versprechen?
BASF stellt Beschäftigungs- und Standortzusagen für einen möglichen Zusammenschluss in Aussicht; die gemeldete Offerte ist nicht bestätigt.

- BASF will Kündigungen bis 2032 ausschließen
- Standort- und Tarifzusagen für Evonik
- 24 Euro je Aktie laut Medienbericht
- Evonik prüft Ashland-Kauf in frühem Stadium
Bei Evonik müssen Anleger zwischen konkreten Zusagen und offenen Übernahmeplänen unterscheiden. BASF hat sich zu Beschäftigung und Standorten geäußert. Die Höhe des berichteten Übernahmeangebots bestätigten die beteiligten Unternehmen dagegen nicht. Damit stehen öffentlich formulierte Absichten für die Zeit nach einer möglichen Übernahme neben einer weiterhin unbestätigten Offerte.
Was BASF den Beschäftigten zusagt
BASF-Vorstandschef Markus Kamieth erklärte am Donnerstag in einer Videobotschaft, betriebsbedingte Kündigungen bei Evonik bis 2032 ausschließen zu wollen. Außerdem wolle BASF bestehende Standortvereinbarungen und Tarifverträge übernehmen. Das berichtete das Handelsblatt.
Essen und Nordrhein-Westfalen sollen demnach mit mindestens einem Vorstandsressort eine wichtige Rolle behalten. Auch für die von Evonik zum Verkauf gestellten Chemieparks in Marl und Wesseling stellte BASF einen Weiterbetrieb in Aussicht.
Diese Aussagen betreffen die geplante Ausgestaltung einer möglichen Übernahme. Sie sind keine Bestätigung ihres Zustandekommens. Für Anleger sind sie dennoch relevant: BASF wirbt nicht allein mit einem Kaufpreis, sondern adressiert ausdrücklich Beschäftigung, Standorte und die Zukunft der Chemieparks. Die Formulierungen bleiben dabei Absichtserklärungen für den Fall eines Zusammenschlusses.
Angebotspreis ist kein gesicherter Erlös
Reuters berichtete am Freitag unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen über ein erhöhtes Angebot von 24 Euro je Evonik-Aktie. BASF hoffe, damit Verhandlungen anzustoßen. Evonik und die RAG-Stiftung lehnten eine Stellungnahme ab.
Der entscheidende Vorbehalt liegt somit im Verfahrensstand: Ein berichtetes Angebot ist weder eine bestätigte Vereinbarung noch eine abgeschlossene Transaktion. Der genannte Preis beschreibt die Offerte aus dem Medienbericht, nicht einen gesicherten Verkaufserlös für Aktionäre.
Evonik schloss gestern bei 21,22 € und damit unter dem berichteten Angebotspreis. Aus diesem Unterschied allein lässt sich jedoch weder eine Übernahmezusage noch eine Aussage über deren Erfolg ableiten.
Evoniks eigene Pläne bleiben relevant
Parallel verfolgt Evonik möglicherweise einen eigenen Zukauf. Reuters berichtete am Donnerstag unter Berufung auf das Handelsblatt über die Prüfung eines Kaufs von Ashland. Diese Prüfung habe bereits vor dem BASF-Vorstoß begonnen.
Laut Handelsblatt hatte Evonik dafür Investmentbanken mit der Suche nach Übernahmezielen beauftragt. Ashland sei eine Option; die Prüfung befinde sich allerdings in einem frühen Stadium und garantiere keinen Abschluss.
Für die Bewertung bleibt deshalb die Trennung der Ebenen zentral: BASFs Standort- und Beschäftigungszusagen beschreiben mögliche Rahmenbedingungen. Der Angebotspreis und Evoniks eigene Zukaufpläne beruhen dagegen auf Berichten über noch offene Vorhaben. Keiner dieser Punkte darf mit einer vollzogenen Transaktion gleichgesetzt werden.
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