Evonik Aktie: Kürzung angekündigt
Der Spezialchemiekonzern passt seine Ausschüttungspolitik an und korrigiert die Umsatzerwartung nach unten. Gleichzeitig erhöht er Preise für ein Schlüsselprodukt.

- Dividende für 2025 auf 1,00 Euro gesenkt
- Neue Ausschüttungsregel ab 2026 eingeführt
- Umsatzprognose für 2026 nach unten korrigiert
- Preise für Futtermittelprodukt um 10% erhöht
Der Essener Spezialchemiekonzern hat seine Dividendenpolitik radikal geändert. Statt fester Zusagen setzt Evonik künftig auf Flexibilität – und senkt die Ausschüttung für 2025 deutlich. Gleichzeitig belastet ein nach unten angepasster Umsatzausblick die Stimmung.
Die Jahreszahlen für 2025 erfüllten zwar die Prognose mit einem bereinigten EBITDA von 1,87 Milliarden Euro. Doch der Umsatz sackte um 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro ab. Für 2026 rechnet das Management nun mit 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro – eine Korrektur nach unten, die zeigt: Der Gegenwind lässt nicht nach.
Neue Ausschüttungsregel senkt Dividende
Der Vorstand schlägt für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor. Das sind 17 Cent weniger als im Vorjahr. Die Hauptversammlung am 3. Juni soll darüber abstimmen.
Ab dem Geschäftsjahr 2026 gilt dann die neue Regel: Die Ausschüttung soll zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses liegen. Evonik begründet den Schritt mit dem Wunsch nach mehr finanzieller Flexibilität. Für Anleger bedeutet das: Planbarkeit weicht der Schwankungsbreite.
Preiserhöhung bei MetAMINO als Margenstütze
Unmittelbar nach Vorlage der Zahlen erhöhte Evonik die Nettopreise für MetAMINO®, ein Futtermittelprodukt, um 10 Prozent – weltweit und mit sofortiger Wirkung. Die Maßnahme zielt darauf ab, Margen zu stabilisieren, während das Volumenwachstum stockt.
Das Segment Advanced Technologies, zu dem das Tierernährungsgeschäft gehört, erlöste 2025 rund 5,9 Milliarden Euro. Ob die Preiserhöhung am Markt durchsetzbar ist, bleibt offen – Wettbewerber und Abnehmer dürften genau hinsehen.
Transformationsprogramm läuft aus
Das Sparprogramm „Evonik Tailor Made“ nähert sich dem Abschluss. Bis Ende 2026 sollen jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro erreicht sein. Etwa 80 Prozent entfallen auf Personalabbau: Weltweit fallen bis zu 2.000 Stellen weg, davon rund 1.500 in Deutschland.
Die Konzernstruktur wurde verschlankt. Seit April 2025 arbeitet Evonik in zwei Segmenten: „Custom Solutions“ und „Advanced Technologies“, beide mit je etwa 6 Milliarden Euro Jahresumsatz. Die Position des Finanzvorstands bleibt indes unbesetzt – ein Detail, das intern wie extern Fragen aufwirft.
Branchenumfeld bleibt angespannt
Die deutsche Chemieindustrie kämpft mit hohen Energiepreisen, Konjunkturflaute und globalen Überkapazitäten. Auch die Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte verliefen ergebnislos.
Am 8. Mai folgt die Quartalsmitteilung für das erste Quartal 2026. Dann zeigt sich, ob Preiserhöhungen und Kostensparprogramm greifen – oder ob der gesenkte Umsatzkorridor die Ertragskraft weiter belastet.
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