Evonik Aktie: Liocel für Lithiumprojekt mit Neptune

Evonik erhöht nach starkem Q2 das EBITDA-Ziel auf 2,0 bis 2,2 Mrd. Euro und testet Lithium-Extraktion in der Altmark.

Die Kernpunkte:
  • EBITDA-Prognose auf 2,0 bis 2,2 Mrd. Euro angehoben
  • Lithium-Extraktion in Pilotphase gestartet
  • Stellenabbau um 3.200 Stellen bis 2029 geplant
  • Goldman Sachs erhöht Kursziel auf 20 Euro

Der Spezialchemiekonzern Evonik setzt verstärkt auf Innovationen im Bereich der Batterierohstoffe und untermauert seine Wachstumsambitionen mit angehobenen Finanzzielen.

Wie das Unternehmen am vergangenen Donnerstag mitteilte, unterstützt der Geschäftsbereich Evonik Catalysts die nächste Phase des „Altmark Lithium Extraction Project“ (ALE). Im Rahmen dieser Kooperation mit Neptune Energy wird ein spezielles Adsorbens unter dem Markennamen Liocel getestet, um die direkte Extraktion von Lithium in einer Pilotphase zu optimieren.

Dieser technologische Vorstoß erfolgt in einer Phase, in der das Unternehmen auch operativ eine höhere Schlagzahl vorlegt. Vor wenigen Tagen präsentierte der Konzern detaillierte Zahlen für das zweite Quartal 2026, die ein bereinigtes EBITDA von 630 Millionen Euro ausweisen.

In der Folge passte die Konzernführung die Prognose für das Gesamtjahr nach oben an. Evonik erwartet nun ein bereinigtes EBITDA in einer Spanne von 2,0 Milliarden bis 2,2 Milliarden Euro.

Effizienzprogramm und strategische Neuausrichtung

Parallel zur technologischen Weiterentwicklung treibt das Management den Konzernumbau voran. Das bestehende Effizienzprogramm wurde bis zum Jahr 2029 verlängert. In diesem Zusammenhang plant das Unternehmen den Abbau von weiteren 3.200 Stellen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Kostenstrukturen langfristig zu verschlanken und die Wettbewerbsfähigkeit in einem volatilen Marktumfeld zu sichern.

Die operative Entwicklung und die angehobenen Ziele stießen am Markt auf ein geteiltes Echo unter den Experten. Medienberichten zufolge bewegen sich die Einschätzungen in einer ungewöhnlich breiten Spanne.

Während optimistische Stimmen das Kursziel bei 20 Euro sehen, halten skeptischere Analysten Niveaus von 14 Euro für angemessen. Ein wesentlicher Teil der Skepsis rührt dabei von den Herausforderungen im Branchenumfeld her, die trotz der internen Fortschritte bestehen bleiben.

Analysten bewerten Kurspotenzial neu

Im Nachgang der jüngsten Unternehmensmeldungen haben namhafte Bankhäuser ihre Bewertungen angepasst. Die Analysten von Goldman Sachs hoben am vergangenen Mittwoch ihr Kursziel für die Aktie von 19 Euro auf 20 Euro an, beließen die Einstufung jedoch auf Neutral. Am vergangenen Montag zog die Deutsche Bank nach und erhöhte ihr Ziel von 17 Euro auf 18 Euro bei einer unveränderten Hold-Einstufung.

Andere Marktbeobachter äußerten sich zuletzt zurückhaltender und verweisen auf die Verkaufsseite, wobei Kursziele teils deutlich unter dem aktuellen Niveau angesetzt wurden. Dennoch zeigt die Tendenz der jüngsten Zielanpassungen nach oben, was das Vertrauen in die neue Prognose widerspiegelt. Die Aktie beendete die Handelswoche am Freitag bei 17,91 Euro und notiert damit nur noch knapp 1,8 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Anleger honorierten die jüngsten operativen Fortschritte und die Aussicht auf neue Erlösquellen durch Projekte wie die Lithium-Extraktion. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von 34 Prozent. Damit gehört der Wert zu den stärkeren Titeln im Sektor, zumal das aktuelle Kursniveau den gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage deutlich übertrifft.

Ob die Dynamik anhält, wird wesentlich davon abhängen, wie effizient Evonik die angekündigten Stellenstreichungen umsetzt und welche Fortschritte die Pilotphase in der Altmark liefert.

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