Evonik Aktie: Oxeno-Verkauf entscheidend?
BASF erwägt laut Bericht ein höheres Gebot, verlangt dafür jedoch Einblick in Evoniks Bücher; ein neues Angebot liegt nicht vor.

- BASF will Garantien laut Bericht wahren
- Landesregierung Nordrhein-Westfalen lehnt Übernahme ab
- Höheres BASF-Angebot an Bucheinsicht geknüpft
- Verbindliche Oxeno-Gebote für November vorgesehen
Der Streit um eine mögliche Übernahme von Evonik durch BASF reicht über rein finanzielle Bewertungsfragen hinaus. Am 12. Oktober berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei BASF-nahe Personen, dass der Konzern bereit sei, Evoniks bestehende Standort- und Beschäftigungsgarantien im Falle einer Übernahmevereinbarung beizubehalten.
Bei dem Spezialchemiekonzern sind betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland bis zum Jahr 2032 vertraglich ausgeschlossen. Diese personelle Absicherung bildet eine zentrale Bedingung in den Diskussionen um die Zukunft der Standorte.
Politischer Widerstand und ungelöste Bewertungsfragen
Das Werben trifft jedoch auf erhebliche Widerstände abseits der Belegschaft. Am Mittwoch stellte Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur im Landtag klar, dass die Landesregierung eine Übernahme Evoniks durch BASF ablehnt.
Auf Unternehmensebene herrscht ebenfalls keine Einigkeit. Evonik hatte den ersten Vorstoß von 22,15 Euro je Aktie als zu niedrig zurückgewiesen. Zwar meldete die Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch, dass BASF die Prüfung eines höheren Angebots erwäge, dies jedoch zwingend an eine vorherige Einsicht in Evoniks Bücher knüpfe. Ein neues verbindliches Angebot oder wiederaufgenommene Gespräche zwischen den beiden Chemiekonzernen wurden nicht gemeldet.
Portfolio-Umbau und operative Schritte
Ungeachtet der Übernahmespekulationen treibt Evonik den Umbau der eigenen Konzernstruktur voran. Medienberichten zufolge führt das Unternehmen mit Finanzinvestoren und strategischen Interessenten die zweite Runde für den Verkauf der C4-Sparte Oxeno. Verbindliche Gebote für diese Sparte sind für November vorgesehen.
Parallel dazu treibt das Unternehmen strategische Projekte im Ausland voran. Am Dienstag startete Evonik gemeinsam mit Toyotsu Chemiplas und Sanyo Chemical eine Recyclinginitiative in Japan. Geplant ist, Polyurethanschaum aufzubereiten, um daraus Polyole und Amine für neue Polyurethanprodukte zu gewinnen.
Auch der Kritik von Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis an Finanzierungsthemen des Konzerns trat das Management entgegen. Evonik wies die Darstellung laut Handelsblatt zurück und verwies dabei auf verbesserte Kreditratings.
Kurs notiert nahe dem Jahreshoch
An der Börse spiegelt sich die Übernahmefantasie weiterhin deutlich wider. Zum Handelsschluss am Freitag stand die Evonik-Aktie bei 21,32 Euro. Damit bewegt sich das Papier rund 2,4 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 21,84 Euro.
Die weitere Entwicklung richtet sich darauf, ob die Gespräche mit BASF ohne Bucheinsicht blockiert bleiben und wie der anvisierte Verkauf der Sparte Oxeno verläuft.
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