Evonik Aktie: Reuters-Bericht mit Haken?
Evonik legt am 3. November Zahlen für das dritte Quartal vor; der mögliche Eigentümerwechsel durch BASF ist weiterhin offen.

- Quartalsbericht erscheint am 3. November
- BASF-Offerte von 24 Euro berichtet
- Beschäftigungszusagen gelten im Übernahmefall bis 2032
- BlackRock hält 5,09 Prozent Stimmrechte
Bei Evonik stehen neben der offenen Übernahmefrage auch das operative Geschäft und die Eigentümerstruktur im Blick. Am 3. November 2026 veröffentlicht das Unternehmen seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2026. Dieser Termin bietet Anlegern einen weiteren Bezugspunkt für die Bewertung: Die von Reuters berichtete höhere BASF-Offerte ist bislang keine sichere Transaktion.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Die Ergebnisveröffentlichung ist dem Börsenkalender zufolge für 07:00 Uhr vorgesehen. Für Anleger gilt es dabei, zwei Ebenen auseinanderzuhalten: Die Zahlen betreffen die Geschäftsentwicklung von Evonik. Die Übernahmeberichte betreffen dagegen einen möglichen Eigentümerwechsel, dessen Abschluss nicht feststeht.
Eine konkrete Produktneuigkeit meldete Evonik am 20. Oktober. Das Unternehmen führte die beiden neuen VESTAKEEP-PEEK-Qualitäten DC4760 und DC4780 für die langfristige Zahnprothetik ein. Angeboten werden sie als Stäbe oder als CAD/CAM-Scheiben.
Die Einführung dokumentiert eine Erweiterung des Produktangebots. Sie ist allerdings nicht mit einem bereits bezifferten wirtschaftlichen Beitrag gleichzusetzen. Für die Bewertung der Geschäftsentwicklung haben die anstehenden Ergebnisse deshalb eine andere Aussagekraft als die einzelne Produktmeldung.
Angebot und Beschäftigungszusage getrennt bewerten
Reuters berichtete am Freitag unter Berufung auf zwei mit der Transaktion vertraute Personen, BASF habe das Angebot auf 24 Euro je Evonik-Aktie erhöht. Das entspräche einem Unternehmenswert von rund 11,18 Milliarden Euro gegenüber zuvor etwa 10,3 Milliarden Euro.
Der entscheidende Vorbehalt bleibt der unsichere Abschluss. Die berichteten Angebotskonditionen sind damit von einer verbindlich abgeschlossenen Übernahme zu unterscheiden. Für Anleger ist diese Trennung wichtiger als die isolierte Betrachtung des gebotenen Preises.
Bereits am Donnerstag hatte BASF-Chef Markus Kamieth laut Reuters erklärt, BASF werde bei einer Übernahme bestehende Beschäftigungszusagen bis 2032 einhalten. Die Aussage beschreibt eine Zusicherung für den Übernahmefall. Sie bestätigt nicht, dass die Transaktion zustande kommt.
BlackRock meldet Stimmrechtsposition
Zur Eigentümerstruktur liegt außerdem eine Meldung von BlackRock vor. Die Gesamtposition bei Evonik beträgt demnach 5,09 Prozent der Stimmrechte. Davon entfallen 3,92 Prozent auf Aktien und 1,16 Prozent auf Instrumente.
Diese Aufteilung ist relevant: Die Gesamtposition lässt sich nicht mit einem reinen Aktienanteil gleichsetzen. Ebenso wenig erlaubt die Stimmrechtsmeldung eine Aussage darüber, wie BlackRock ein mögliches Übernahmeangebot beurteilt. Für Anleger bleiben damit die Geschäftszahlen und der weitere Verlauf der Übernahmefrage die maßgeblichen, voneinander zu trennenden Bewertungsfaktoren.
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