Evonik Aktie: Sparkurs in Gefahr

Der Spezialchemiekonzern Evonik sieht sein ehrgeiziges Sparprogramm durch anstehende Lohnverhandlungen gefährdet, während schwache Renditen und eine gesenkte Umsatzprognose den Druck erhöhen.

Die Kernpunkte:
  • Tarifrunde könnte geplante Milliarden-Einsparungen verwässern
  • Kapitalrendite verfehlt Konzernziel deutlich
  • Umsatzprognose für 2026 nach unten korrigiert
  • Neue, ergebnisabhängige Dividendenpolitik ab 2026

Für den Spezialchemiekonzern Evonik stehen entscheidende Tage an. Während das Management mit einem harten Umbauprogramm gegen sinkende Renditen ankämpft, droht bei den Lohnkosten neues Ungemach. Die am Dienstag startende dritte Verhandlungsrunde zum bundesweiten Chemie-Tarif könnte die ehrgeizigen Kürzungspläne der Essener empfindlich stören.

Konfliktpotenzial beim Konzernumbau

Die Ausgangslage ist anspruchsvoll. Das laufende Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made“ soll bis Ende 2026 jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro einbringen. Da etwa 80 Prozent dieser Summe auf den Abbau von weltweit 2.000 Stellen entfallen, würde ein deutlicher Lohnanstieg die kalkulierten Effekte direkt verwässern. Bislang blieben die Gespräche zwischen der Gewerkschaft IGBCE und dem Arbeitgeberverband BAVC ergebnislos. Die Arbeitgeber verweisen auf die schwierige Branchenlage mit hohen Energiekosten und Überkapazitäten am Weltmarkt, während die Gewerkschaft einen Ausgleich deutlich über der Inflationsrate fordert.

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Schwache Rendite und gesenkte Umsatzprognose

Dass Evonik strikt auf die Kostenbremse treten muss, untermauern die finalen Zahlen für das abgelaufene Jahr. Die Kapitalrendite (ROCE) rutschte 2025 auf magere 6,1 Prozent ab und verfehlte damit das mittelfristige Ziel von 11 Prozent deutlich. Auch der Umsatz schrumpfte um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA lag immerhin im Rahmen der Erwartungen bei 1,87 Milliarden Euro.

Allerdings passte das Management die Umsatzprognose für 2026 kürzlich nach unten auf 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro an. Dieser anhaltende strukturelle Druck spiegelt sich auch an der Börse wider: Auf Sicht von zwölf Monaten hat das Papier über 33 Prozent an Wert verloren und ging am Freitag bei 13,91 Euro aus dem Handel.

Neue Dividendenpolitik

Aktionäre müssen sich parallel auf eine neue Ausschüttungspolitik einstellen. Ab dem Geschäftsjahr 2026 koppelt Evonik die Dividende stärker an den operativen Erfolg und plant, 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses auszuschütten. Für das Übergangsjahr 2025 soll der Hauptversammlung am 3. Juni eine Zahlung von 1,00 Euro je Aktie vorgeschlagen werden.

Ein Tarifabschluss in dieser Woche würde dem Management zumindest Planungssicherheit für den weiteren Konzernumbau verschaffen. Operativ richten sich die Blicke nun auf den 8. Mai. Die Quartalsmitteilung für das erste Jahresviertel wird konkrete Anhaltspunkte liefern, ob geplante Preiserhöhungen im Kerngeschäft greifen und das operative Geschäft die breite Gewinnprognose für 2026 stützen kann.

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