Evonik Aktie: Trügerische Hoffnung

Der Spezialchemiekonzern senkt die Ausschüttung um 15 Prozent und führt eine flexible Dividendenpolitik ein, um auf sinkende Erlöse und eine verfehlte Renditeziele zu reagieren.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzrückgang von sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro
  • Kapitalrendite von 6,1 Prozent deutlich unter Zielvorgabe
  • Dividende sinkt von 1,17 auf 1,00 Euro je Aktie
  • Neue Ausschüttungspolitik ab 2026 mit flexibler Quote

Evonik hat die Jahreszahlen für 2025 vorgelegt – und liefert dabei ein zwiespältiges Bild. Das operative Ergebnis traf die Erwartungen, doch sinkende Umsätze und eine deutlich unter Ziel liegende Kapitalrendite zwingen den Spezialchemiekonzern zu spürbaren Anpassungen. Besonders die Dividendenkürzung dürfte Aktionäre aufhorchen lassen.

Solides EBITDA, schwacher Umsatz

Das bereinigte EBITDA für 2025 erreichte rund 1,87 Milliarden Euro – damit wurden die eigenen Gewinnziele erfüllt. Auf der Umsatzseite sah es weniger erfreulich aus: Die Erlöse sanken um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Als Ursachen nannte das Unternehmen niedrigere Verkaufspreise und eine schwächere Nachfrage.

Noch deutlicher zeigt sich der Handlungsbedarf beim Blick auf die Kapitalrendite. Der ROCE lag 2025 bei lediglich 6,1 Prozent – weit entfernt vom mittelfristigen Zielwert von elf Prozent. Der Nettogewinn verbesserte sich immerhin auf 265 Millionen Euro.

Neue Ausschüttungspolitik mit weniger Planbarkeit

Für das Geschäftsjahr 2025 senkt Evonik die Dividende von 1,17 Euro auf 1,00 Euro je Aktie. Das entspricht einem Rückgang von rund 15 Prozent. Gleichzeitig verabschiedet sich das Unternehmen von einer fixen Ausschüttung: Ab 2026 sollen Aktionäre zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses erhalten. Die neue Politik soll finanzielle Flexibilität schaffen – gibt den Anlegern aber weniger Planungssicherheit. Über den Dividendenvorschlag für 2025 entscheiden die Aktionäre auf der Hauptversammlung am 3. Juni 2026.

Preiserhöhung und laufendes Sparprogramm

Um dem Margendruck entgegenzuwirken, erhöht Evonik den Preis für das Tierfuttermittel-Additiv MetAMINO® sofort und weltweit um zehn Prozent. Parallel läuft ein Sparprogramm in der Abschlussphase, das durch den Abbau von bis zu 2.000 Stellen jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro bringen soll.

Für 2026 erwartet das Management ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro – die Spanne ist breit und spiegelt die anhaltende Unsicherheit wider. Die Umsatzprognose liegt bei 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro und damit unterhalb des 2025er Niveaus. Die Aktie notiert aktuell rund 34 Prozent unter ihrem Zwölf-Monats-Hoch vom März 2025 und bleibt damit klar im Abwärtstrend. Ob die eingeleiteten Maßnahmen reichen, um die Kapitalrendite wieder Richtung Zielkorridor zu bewegen, wird sich spätestens mit den Halbjahreszahlen 2026 zeigen.

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