Evonik Aktie: Zoll-Joker

Evonik hält sich die Option offen, bereits gezahlte US-Zölle in zweistelliger Millionenhöhe zurückzufordern. Die direkte Belastung ist begrenzt, da viele US-Produkte lokal hergestellt werden.

Die Kernpunkte:
  • Potenzielle Rückforderung zweistelliger Millionenbeträge
  • Direkte Zollbelastung durch US-Produktion gedämpft
  • Zölle könnten Wettbewerbsposition in USA stärken
  • Aktie zeigt stark überverkaufte technische Signale

Evonik prüft im US-Zollstreit einen Schritt, der finanziell spürbar sein könnte: mögliche Rückforderungen bereits gezahlter Zölle. Das klingt nach Detailarbeit – kann aber schnell in die Millionen gehen. Wie viel Spielraum hat der Konzern dabei überhaupt?

Rückforderung „im kleineren zweistelligen Millionenbereich“

Claus Rettig, Interims-Finanzchef, sprach in einem Podcast von einem „kleineren zweistelligen Millionenbetrag“, den Evonik potenziell zurückfordern könnte. Entscheidend: Konkrete Schritte will das Unternehmen erst dann gehen, wenn klar ist, wie die US-Regierung weiter vorgeht. Evonik setzt also auf Abwarten – und hält sich juristisch und finanziell Optionen offen.

Direkt betroffen sei der Konzern von den Zöllen nur begrenzt. Ein wesentlicher Teil der für den US-Markt bestimmten Produkte werde auch vor Ort in den Vereinigten Staaten hergestellt. Das dämpft die unmittelbare Zollbelastung – und erklärt, warum Evonik die Lage eher taktisch als existenziell behandelt.

Wettbewerb: Belastung – aber auch Rückenwind

Die Handelspolitik wirkt laut Rettig ambivalent. Zölle sind zwar grundsätzlich ein Kostenfaktor. Gleichzeitig können sie für Anbieter mit US-Produktion zum Vorteil werden. Genau hier sieht Evonik einen möglichen positiven Effekt: Der Wettbewerb mit chinesischen Konkurrenten auf dem US-Markt sei durch die Zölle schwächer geworden. Das kann die eigene Position in den USA stützen, selbst wenn das Thema Zollstreit insgesamt Unsicherheit erzeugt.

Trotz dieser Gemengelage bleibt der Konzern bei seiner Linie: Evonik bekennt sich zu offenen Märkten, freiem Welthandel und fairem Wettbewerb.

Kursbild: Kurzfristig schwach, mittelfristig erholt

An der Börse bleibt die Stimmung gemischt. Am Freitag schloss die Evonik-Aktie bei 14,73 Euro (-1,60%). Auf Sicht von 30 Tagen steht zwar ein Plus von 13,57% zu Buche, über zwölf Monate liegt der Titel aber weiterhin deutlich im Minus (-23,14%).

Auffällig ist der sehr niedrige RSI (14 Tage) von 15,8 – ein Wert, der auf stark überverkaufte Bedingungen hindeutet. Gleichzeitig notiert die Aktie knapp unter dem 200-Tage-Durchschnitt (15,27 Euro), was den übergeordneten Gegenwind im Chart unterstreicht.

Unterm Strich bleibt die Zoll-Thematik ein finanzieller Hebel mit begrenzter Größenordnung – konkret wird es erst, wenn Evonik tatsächlich Forderungen stellt und die nächsten US-Entscheidungen auf dem Tisch liegen.

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