Evonik Aktie: Zukäufe auf Eis

Evonik stellt Akquisitionen bis 2027 zurück und fokussiert sich auf den Verkauf zyklischer Sparten sowie ein Sparprogramm, um die Nettoverschuldung zu reduzieren. Die Dividendenpolitik wird zudem variabler gestaltet.

Die Kernpunkte:
  • Strategischer Fokus auf Schuldenabbau vor Wachstum
  • Verkauf der Einheiten Syneqt und Oxeno läuft
  • Sparprogramm mit Ziel von 400 Millionen Euro jährlich
  • Neue variable Dividendenpolitik ab 2026

Bis 2027 plant Evonik keine Akquisitionen. Das ist keine Absichtserklärung, sondern eine klare Prioritätensetzung: Schuldenabbau vor Wachstum. Auf aktuellen Analystenkonferenzen hat das Management den Kurs noch einmal unmissverständlich bekräftigt.

Raus aus den Randgeschäften

Im Mittelpunkt steht der Abverkauf zyklischer Einheiten. Besonders die Sparten Syneqt und Oxeno stehen auf der Verkaufsliste. Syneqt, die Betreibergesellschaft der Chemieparks in Marl und Wesseling, wurde Anfang 2026 bereits als eigenständige Einheit ausgegliedert — der Verkaufsprozess läuft weiter. Mit diesen Desinvestitionen will Evonik die Nettoverschuldung gezielt abbauen und sich als reiner Spezialchemiekonzern neu positionieren.

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Parallel dazu läuft ein Sparprogramm mit einem Ziel von 400 Millionen Euro jährlich bis Ende 2026. Bis zu 2.000 Stellen sollen weltweit gestrichen werden.

MetAMINO stützt die Marge

Operativ liefert das Futtermittelgeschäft gerade Rückenwind. Evonik hob die Preise für das Additiv MetAMINO weltweit um 10 Prozent an. Begünstigt wird das durch Lieferengpässe in Asien: An einem Methionin-Standort in Singapur wurde zuletzt teilweise höhere Gewalt ausgerufen, was das globale Angebot zusätzlich verknappt.

Für das Gesamtjahr 2026 hält Evonik an seiner Prognose fest — ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Im Vorjahr 2025 hatte der Konzern 1,87 Milliarden Euro erreicht.

Dividende wird variabel

Ab dem laufenden Geschäftsjahr ändert sich die Ausschüttungssystematik. Statt einer festen Dividende — für 2025 noch 1,00 Euro je Aktie — erhalten Aktionäre künftig 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses. Die neue Formel gibt dem Management mehr Spielraum für den Schuldenabbau, bedeutet für Anleger aber auch mehr Planungsunsicherheit bei der Ausschüttungshöhe.

Die Aktie notiert mit rund 14,13 Euro knapp unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts und hat seit März 2025 gut ein Drittel ihres Wertes verloren. Ob die Kombination aus bestätigter Jahresprognose und konsequenten Portfoliomaßnahmen reicht, um die Bewertungslücke zur Spezialchemie-Konkurrenz zu schließen, wird sich spätestens zeigen, wenn die Verkaufsprozesse für Syneqt und Oxeno zum Abschluss kommen.

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