Evonik will durch Zukäufe weiter wachsen

Das Geschäftsjahr 2016 war für den Chemiekonzern Evonik sicherlich nicht eines der besten. Man litt unter dem Preisverfall bei Zusatzstoffen für die Tiernahrung und musste deutliche Umsatz- und Gewinnrückgänge verzeichnen.

Nun will der Chemieriese im Milliardenbereich zukaufen und so sein Geschäft auf eine breitere Basis stellen. Das Unternehmen hatte bereits im Dezember für 630 Mio. Dollar das Silica-Geschäft des US-Konzerns JM Huber übernommen. Mit diesem Zukauf soll der Umsatz in Asien und Nordamerika ausgebaut werden. Außerdem erhält Evonik hiermit Zugriff auf das Geschäft mit Zahnpasta-Stoffen, da Huber in diesem Bereich eine führende Marktposition innehat.

Noch ein weiterer Zukauf in den USA

Zudem habe die Essener einen Bereich des US-Unternehmens Air Products für rund 3,8 Mrd. Dollar erworben, um auch hier einen stärkeren Zugriff auf den US-Markt zu erhalten. Man erwartet hieraus einen Umsatz von rund 1 Mrd. Euro.

Vorstandschef Klaus Engel kommentierte die Zukäufe mit: "Die erfolgreiche Übernahme des Spezialadditiv-Geschäfts von Air Products und der geplante Erwerb des Silica-Geschäfts von Huber geben unserem Wachstumskurs zusätzlichen Schub und eröffnen unserem attraktiven Portfolio weitere Perspektiven."

Stagnierende Erlöse bei Evonik

Im Schlussquartal lag Evonik mit stagnierenden Erlösen doch leicht über den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz lag bei 3,2 Mrd. Euro und das bereinigte Ebitda sank von 501 Mio. auf 437 Mio. Euro. Als Grund für den Rückgang wurden sinkende Preise bei der Tierernährung, z.B. bei der Hühnermast, angegeben. Die Absatzmenge konnte mit 3 % ein solides Wachstum verzeichnen, wegen rückläufiger Preise ging der Umsatz aber um 6 % auf 12,7 Mrd. Euro zurück.

Auch für das aktuelle Geschäftsjahr erwartet Evonik "bei den Verkaufspreisen im Durchschnitt über das gesamte Produktportfolio einen leichten Rückgang".

Langfristziele betätigt

Seine Langfristziele bis 2018 will das Chemie-Unternehmen aber trotz schwieriger Marktbedingungen nicht gänzlich aufgeben. "Ich will mich davon nicht vollkommen verabschieden", sagte der scheidende Konzernchef Klaus Engel (Evonik steht vor einem Führungswechsel, Strategievorstand Christian Kullmann übernimmt ab Mai das Ruder, Klaus Engel wird dann das Unternehmen verlassen).

Für ein weiteres Wachstum wird Evonik auch weiterhin nach externen Möglichkeiten suchen. Heute seien allerdings die Rahmenbedingungen gänzlich andere als im Jahr 2013, als man die Ziele ausgegeben habe, wurde vom Konzern kommentiert. Damals hatte Evonik in Aussicht gestellt, dass der Umsatz bis 2018 auf rund 18 Mrd. Euro klettert und der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf mehr als 3 Mrd. Euro zulegt.

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