Evotec Aktie: 116 Millionen Wandelanleihe finanziert Horizon

Evotec zeigt nach Wandelanleihe und schwachem Q1 eine technische Gegenbewegung, kämpft aber weiter mit strukturellen Problemen.

Die Kernpunkte:
  • Kurs überwindet kurzfristig die 20-Tage-Linie
  • Wandelanleihe über 116 Millionen Euro platziert
  • Erlös fließt in Transformationsprogramm Horizon
  • Jahresprognose trotz Verlusten bestätigt

Nach wochenlangem Druck zeigt die Evotec-Aktie kurzfristig Lebenszeichen. Am 22. Mai kreuzte der Kurs die 20-Tage-Linie nach oben — ein technisches Signal, das nach einer turbulenten Kapitalmaßnahme Mitte Mai einige Aufmerksamkeit erregt. Auf Sieben-Tages-Sicht steht ein Plus von gut sieben Prozent. Auf Jahressicht hingegen liegt die Aktie rund 39 Prozent im Minus.

Wandelanleihe finanziert Umbau

Den Ausgangspunkt der jüngsten Kursbewegung bildete die Platzierung einer Wandelanleihe am 12. Mai. Evotec brachte Papiere im Volumen von 116,1 Millionen Euro an den Markt. Die Anleihen laufen sieben Jahre, Investoren können nach fünf Jahren kündigen. Der Jahreszins beträgt 2,625 Prozent, die Rückzahlung erfolgt zu 110 Prozent des Nennwerts — das entspricht einer Rendite bis zur Fälligkeit von 3,882 Prozent.

Der Wandlungspreis liegt bei 6,53 Euro. Das ist ein Aufschlag von 37,5 Prozent über dem damaligen Referenzkurs von 4,75 Euro. Den Erlös will Evotec für das sogenannte Project Horizon nutzen — ein Transformationsprogramm, das das operative Modell des Unternehmens grundlegend umbauen soll.

Die Aktie reagierte auf die Ankündigung zunächst mit Abgaben, erholte sich dann aber spürbar. Aktuell notiert sie bei rund 5,07 Euro — knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 4,85 Euro, aber noch deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 5,67 Euro.

Schwaches Q1, bestätigte Prognose

Das operative Umfeld bleibt herausfordernd. Im ersten Quartal 2026 lagen die Konzernumsätze bei 156,6 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA rutschte auf minus 21,9 Millionen Euro — im Vorjahresquartal hatte ein einmaliger Sandoz-Lizenzverkauf noch 3,1 Millionen Euro beigetragen. Hinzu kamen Restrukturierungsaufwendungen von 75 Millionen Euro im Zusammenhang mit Horizon.

Trotzdem hält Evotec an seiner Jahresprognose fest. Der Konzern rechnet für 2026 mit Umsätzen zwischen 700 und 780 Millionen Euro sowie einem bereinigten EBITDA von null bis 40 Millionen Euro. Operative Verbesserungen sollen vor allem in der zweiten Jahreshälfte sichtbar werden.

Technisches Bild bleibt gespalten

Die kurzfristige Erholung täuscht nicht über die strukturelle Schwäche hinweg. Mittel- und langfristig befindet sich die Aktie weiter im Abwärtstrend — seit Februar 2026 hat sie rund 19 Prozent verloren. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt aktuell knapp elf Prozent.

Kritisch: Ein Rückfall um nur 2,3 Prozent würde die Aktie wieder unter die 20-Tage-Linie drücken. Gelingt das nicht, rückt das Fünf-Jahres-Tief von 4,11 Euro aus dem März 2026 wieder in den Blick. Großaktionäre Triton und Mubadala halten weiter jeweils mehr als fünf Prozent — ein Hinweis, dass zumindest institutionelle Investoren die Transformation noch nicht abgeschrieben haben.

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