Evotec Aktie: 3,23 Euro knapp über Jahrestief

Evotecs neue Forschungsallianz mit Plectonic bringt keine Erholung. Schwache Halbjahreszahlen und die Prognosekorrektur belasten den Kurs weiter.

Die Kernpunkte:
  • Aktie notiert nahe dem 52-Wochen-Tief
  • Neue Kooperation mit Plectonic gemeldet
  • Halbjahresumsatz erreicht 300,1 Millionen Euro
  • Bereinigtes EBITDA bleibt deutlich negativ

Evotec bleibt unter Druck. Die Aktie des Biotech-Dienstleisters notierte am Freitag bei 3,23 Euro und damit nur noch knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 3,14 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier 41 Prozent verloren – ein Kurseinbruch, der sich durch operative Rückschläge und eine angespannte Stimmung unter Investoren erklären lässt.

Neue Forschungskooperation mit Plectonic

Zum Wochenstart im September hat Evotec eine neue Forschungskollaboration mit Plectonic Biotech gemeldet. Die Partner wollen einen T-Zell-Engager-Ansatz für solide Tumoren untersuchen und dabei Plectonics LOGIBODY-Technologie mit Evotecs eigener BiTco-Plattform verknüpfen.

Solche Kooperationen gehören zum Kerngeschäft von Evotec, das Pharmaunternehmen und Biotechs bei Forschung und Entwicklung unterstützt. Für den Kurs bedeutete die Nachricht jedoch keine Trendwende – der Abwärtsdruck der vergangenen Wochen hält an.

Schwache Halbjahreszahlen wirken nach

Der eigentliche Belastungsfaktor liegt weiter in der operativen Entwicklung. Ende August hatte Evotec im Rahmen der Halbjahresberichterstattung die bereits im Juli deutlich gekappte Jahresprognose für 2026 erneut in Erinnerung gerufen.

Für das erste Halbjahr wies das Unternehmen einen Umsatz von 300,1 Millionen Euro aus, im zweiten Quartal waren es rund 143,5 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA lag für das Halbjahr bei rund minus 42,7 Millionen Euro, für das zweite Quartal allein bei rund minus 20,8 Millionen Euro. Medienberichten zufolge wurde die Situation nach den schwachen Zahlen als „Misstrauensvotum“ des Marktes eingeordnet.

Diese Zahlen erklären, warum die Aktie trotz positiver Forschungsmeldungen kaum Auftrieb findet. Anleger reagieren offenbar stärker auf die operative Schwäche als auf einzelne Pipeline-Fortschritte, so vielversprechend diese wissenschaftlich auch klingen mögen.

Kurs bewegt sich nahe Jahrestief

Der aktuelle Kurs von 3,23 Euro liegt rund 58 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 7,75 Euro, das Evotec Anfang November erreicht hatte. Der Abstand zum Jahrestief beträgt hingegen nur noch 3,0 Prozent – ein Zeichen dafür, wie nahe die Aktie inzwischen an ihrem bisherigen Tiefpunkt notiert. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 581,77 Millionen Euro.

Für Anleger bleibt die Gemengelage schwierig: Wissenschaftlich zeigt Evotec mit neuen Kooperationen wie jener mit Plectonic durchaus Aktivität. Solange jedoch die operativen Kennzahlen nicht überzeugen, dürfte der Kurs kaum aus seiner Abwärtsspirale ausbrechen. Die kommenden Quartalszahlen werden zeigen müssen, ob sich die Prognosekorrekturen der vergangenen Monate als Wendepunkt oder als Fortsetzung der Talfahrt erweisen.

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