Evotec Aktie: 3,30 Euro markiert 10-Jahres-Tief

Evotec verzeichnet nach schwachen Halbjahreszahlen und gesenkter Jahresprognose einen neuen Kurseinbruch auf 3,30 Euro.

Die Kernpunkte:
  • Neuer Tiefststand seit zehn Jahren
  • Umsatzrückgang um 16,2 Prozent
  • Jahresprognose deutlich reduziert
  • Transformationsprogramm „Horizon“ läuft

Die Aktie von Evotec hat am heutigen Mittwoch ihren massiven Abwärtstrend der vergangenen Tage fortgesetzt und notiert mit 3,30 Euro auf einem neuen 10-Jahres-Tief. Der Kursrückgang folgt auf die Bestätigung schwacher Geschäftszahlen für das zweite Quartal und einer drastisch nach unten korrigierten Jahresprognose. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus für die Anteilseigner damit auf 39 Prozent.

Operative Verluste belasten Quartalsbilanz

Wie das Unternehmen im Rahmen der endgültigen Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026 mitteilte, sank der Konzernumsatz im zweiten Quartal um 16,2 Prozent auf 143,5 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Evotec noch 171,2 Millionen Euro erlöst.

Noch deutlicher fiel die Verschlechterung beim operativen Ergebnis aus: Das bereinigte Konzern-EBITDA belief sich auf minus 20,8 Millionen Euro, nachdem im zweiten Quartal des Vorjahres ein Verlust von 5,0 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte.

Dieser Trend spiegelt sich auch in der bestätigten Prognose für das Gesamtjahr wider, die das Management bereits im Juli revidiert hatte. Demnach erwartet Evotec einen Jahresumsatz von höchstens 610 Millionen Euro. Zuvor war das Unternehmen von bis zu 780 Millionen Euro ausgegangen. Beim bereinigten EBITDA rechnet die Geschäftsführung nun mit einem operativen Verlust von bis zu 105 Millionen Euro.

Transformationsprogramm soll Kostenbasis senken

Um den wirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen, treibt das Hamburger Biotech-Unternehmen sein Transformationsprogramm namens „Horizon“ voran. Ziel dieser Initiative ist es, die Kostenstruktur des Konzerns nachhaltig zu verbessern. Medienberichten zufolge konnte Evotec im ersten Halbjahr bereits erste Einsparungen erzielen. Bis zum Ende des Jahres 2027 wird eine Entlastung der Kostenbasis um insgesamt 75 Millionen Euro angestrebt.

Das Marktumfeld bleibt für das Unternehmen jedoch schwierig. Allein innerhalb der vergangenen sieben Tage verlor die Aktie rund 14 Prozent an Wert. Der aktuelle Kurs von 3,30 Euro unterstreicht die angespannte Lage, da das Papier damit deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4,13 Euro notiert.

Kooperationen und Veränderungen im Aufsichtsrat

Trotz der finanziellen Belastungen meldete Evotec Fortschritte in der operativen Entwicklung. Laut einer Meldung von EQS News gab das Unternehmen am 6. August eine neue strategische Forschungs- und Entwicklungskooperation mit Odyssey Therapeutics bekannt.

Diese Partnerschaft konzentriert sich auf die Entdeckung neuer Therapien für Autoimmun- und Entzündungskrankheiten. Dabei kommt die KI-gestützte Plattform von Evotec zum Einsatz, wobei das Unternehmen Anspruch auf erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen hat.

Zudem gab es eine personelle Veränderung im Kontrollgremium der Gesellschaft. Camilla Macapili Languille ist mit Wirkung zum 7. August aus dem Aufsichtsrat von Evotec ausgeschieden. Angaben über eine unmittelbare Nachfolge für den frei gewordenen Sitz liegen derzeit nicht vor. Das Unternehmen setzt nun verstärkt auf die Umsetzung des Transformationsprogramms, um die Profitabilität in den kommenden Jahren wiederherzustellen.

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