Evotec Aktie: EBITDA-Prognose auf minus 70 bis minus 105 Millionen

Evotec kooperiert mit Niagen Bioscience in der NAD+-Forschung, während gesenkte Prognosen und ein Sparprogramm die Aktie belasten.

Die Kernpunkte:
  • Strategische Partnerschaft mit Niagen Bioscience
  • Umsatzprognose deutlich nach unten korrigiert
  • Sparprogramm „Horizon“ zur Kostenreduktion
  • Aktie verliert in 30 Tagen über 32 Prozent

Evotec forciert den operativen Fortschritt in der Wirkstoffforschung, um das Vertrauen der Anleger nach einem turbulenten Sommer zurückzugewinnen. Wie das Hamburger Unternehmen am Montag bekannt gab, wurde eine strategische Partnerschaft mit Niagen Bioscience geschlossen. Im Rahmen dieser Kooperation übernimmt Evotec die präklinische Entwicklung des Wirkstoffkandidaten NB4168. Die Zusammenarbeit fokussiert sich auf die NAD+-Forschung, wobei Evotec die gesamte Validierung des Kandidaten bis zur angestrebten Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA verantworten wird.

Massive Korrekturen der Geschäftsziele

Die neue Partnerschaft erfolgt vor dem Hintergrund erheblicher Anpassungen der Finanzziele für das laufende Geschäftsjahr. Laut einer Meldung via EQS News vom 13. Juli musste Evotec seine Prognose massiv nach unten korrigieren. Das Umsatzziel für das Gesamtjahr 2026 wurde auf eine Spanne von 570 bis 610 Millionen Euro gesenkt, nachdem zuvor noch 700 bis 780 Millionen Euro angestrebt worden waren.

Noch deutlicher fielen die Einschnitte beim Ergebnis aus. Das Management erwartet nun ein bereinigtes EBITDA zwischen -70 und -105 Millionen Euro. Ursprünglich war ein positiver Wert von bis zu 40 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden. Den Unternehmensangaben zufolge resultiert dieser Korrekturbedarf zu etwa 40 Prozent aus der Verschiebung von Meilensteinzahlungen in das Jahr 2027. Zudem belasteten Verzögerungen bei neuen strategischen Partnerschaften die vorläufigen Ergebnisse des ersten Halbjahres, in dem ein Konzernumsatz von rund 300,1 Millionen Euro bei einem bereinigten EBITDA von ca. -42,7 Millionen Euro erzielt wurde.

Transformationsprogramm und personelle Signale

Um der wirtschaftlichen Entwicklung entgegenzuwirken, hat Evotec die Strategie „Horizon“ initiiert. Das Programm sieht eine Straffung der Organisation auf weltweit zehn Standorte vor, was unter anderem den Verkauf des Standorts im französischen Toulouse beinhaltet. Ziel dieser Maßnahmen ist es, bis Ende 2027 jährliche Kosteneinsparungen in Höhe von 75 Millionen Euro zu erreichen. Parallel zur operativen Neuausrichtung modernisiert das Unternehmen seine internen Prozesse: Seit Ende Juli nutzt Evotec die Plattform von Navan, um das globale Reise- und Spesenmanagement zu automatisieren und zu konsolidieren.

Für Unruhe sorgten zuletzt Meldungen über Insidergeschäfte. Nach Angaben der BaFin veräußerte Vorstandsmitglied Cord Dohrmann in den vergangenen Monaten größere Aktienpakete. So trennte er sich am 15. Juni von 119.900 Anteilen zu einem Durchschnittskurs von 4,81 Euro, nachdem er bereits im Mai einen kleineren Posten verkauft hatte.

Marktstimmung und kommende Termine

An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage der vergangenen Wochen wider. Die Aktie notiert aktuell bei 3,50 Euro und verzeichnete allein in den letzten 30 Tagen einen Kursrückgang von 32,38 Prozent. Das Papier liegt damit derzeit etwa 9,52 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 3,19 Euro, welches am 14. Juli nach Bekanntgabe der Prognosesenkung erreicht wurde.

Investoren richten ihr Augenmerk nun auf die kurzfristige Terminkette. Am morgigen Donnerstag wird die Veröffentlichung des aktualisierten Analysten-Konsensus erwartet, der die neuen Rahmendaten der Guidance berücksichtigen dürfte. Am 13. August folgt schließlich der vollständige und geprüfte Bericht für das erste Halbjahr 2026, von dem sich der Markt weitere Details zur Umsetzung der Transformationsstrategie erhofft.

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