Evotec Aktie: EBITDA-Prognose bis minus 105 Millionen

Evotec senkt wegen hoher Verluste und verschobener Erlöse die EBITDA-Prognose für 2026 deutlich. Die Aktie verliert weiter an Wert.

Die Kernpunkte:
  • EBITDA-Prognose für 2026 deutlich gesenkt
  • Umsatz im ersten Halbjahr um 19 Prozent gefallen
  • Nettoverlust im ersten Quartal massiv ausgeweitet
  • Aktienkurs seit Jahresbeginn um 35 Prozent gefallen

Das Hamburger Biotechnologie-Unternehmen Evotec (EVT) muss seine finanziellen Ziele für das laufende Geschäftsjahr drastisch nach unten korrigieren. Nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr, das von einem deutlichen Abrutschen in die Verlustzone gekennzeichnet war, sieht sich die Unternehmensführung zu einer umfassenden Anpassung der Prognose gezwungen. Die Nachricht belastet die Hoffnungen auf eine baldige operative Wende nachhaltig.

Deutlicher Rückgang bei Umsatz und Profitabilität

Medienberichten zufolge verzeichnete Evotec im ersten Halbjahr 2026 ein bereinigtes EBITDA von minus 42,7 Millionen Euro. Damit verfehlte das Unternehmen die Profitabilität deutlich, nachdem im vergleichbaren Vorjahreszeitraum noch ein positives operatives Ergebnis erzielt worden war. Parallel zu diesem Ergebniseinbruch sank der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um insgesamt 19 Prozent.

Besonders die detaillierten Zahlen zum Jahresauftakt verdeutlichen den hohen wirtschaftlichen Druck. Im ersten Quartal 2026 belief sich der Umsatz auf 156,644 Millionen Euro. Verglichen mit dem Vorjahreswert von 199,978 Millionen Euro markiert dies einen erheblichen Rückgang des Geschäftsvolumens. Diese Entwicklung setzt das Unternehmen bei der Finanzierung seiner laufenden Forschungs- und Entwicklungsprojekte unter Zugzwang.

Der Nettoverlust weitete sich im ersten Quartal massiv aus und erreichte einen Wert von 121,936 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus noch bei moderateren 31,577 Millionen Euro gelegen. In der Folge verschlechterte sich auch das Ergebnis je Aktie signifikant und sank auf minus 0,686721 Euro.

Ausblick auf das Gesamtjahr massiv korrigiert

Aufgrund der schwachen operativen Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf hat Evotec die Prognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich gesenkt. Das Management erwartet nun ein bereinigtes EBITDA in einer Spanne von minus 70 Millionen bis minus 105 Millionen Euro.

Ein wesentlicher Faktor für diese Korrektur ist die zeitliche Verschiebung von Einnahmen. So werden voraussichtlich 65 Prozent der ursprünglich früher eingeplanten abgegrenzten Umsatzerlöse erst im Jahr 2027 umsatzwirksam werden.

Diese Verzögerungen bei der Umsatzrealisierung und die gleichzeitige Ausweitung der operativen Verluste dämpfen die Zuversicht am Kapitalmarkt. Hatten Marktteilnehmer zuletzt noch auf eine Stabilisierung der Geschäftslage gehofft, unterstreichen die nun vorgelegten Daten die Komplexität der aktuellen Restrukturierungsphase. Die Unsicherheit über den Zeitpunkt, an dem Evotec zur Profitabilität zurückkehren kann, bleibt somit hoch.

An der Börse wird die Aktie am heutigen Freitag bei 3,56 Euro gehandelt. Damit hat das Papier seit Beginn des laufenden Jahres bereits 35 Prozent an Wert verloren. Durch den anhaltenden Abwärtsdruck der vergangenen Monate hat sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch inzwischen auf 54 Prozent vergrößert, was die aktuell schwierige Verfassung des Biotech-Werts unterstreicht.

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