Evotec Aktie: Kurs fällt auf neues 52-Wochen-Tief

Evotec erwartet 2026 einen Umsatz von 570 bis 610 Millionen Euro und einen bereinigten EBITDA-Verlust von 70 bis 105 Millionen Euro.

Die Kernpunkte:
  • Berenberg bestätigt Hold und Kursziel
  • Aktie erreicht neues 52-Wochen-Tief
  • Jahresumsatzprognose auf 570 bis 610 Millionen Euro gesenkt
  • Just-Evotec-Programm erreicht klinische Phase I

Nach einem Austausch mit Evotec-Vorstandschef Christian Wojczewski hat das Analysehaus Berenberg seine Einschätzung für das Hamburger Wirkstoffforschungsunternehmen bestätigt. Die Privatbank beließ die Einstufung am Freitag auf „Hold“ und bezifferte das Kursziel weiterhin auf 3,60 Euro. Die Einschätzung spiegelt die anhaltende Phase der Neuausrichtung wider, in der sich das Unternehmen nach einem schwierigen ersten Halbjahr befindet.

An der Börse ging die Aktie am Freitag mit einem Schlusskurs von 2,79 Euro ins Wochenende. Zuvor war das Papier am selben Tag auf ein neues 52-Wochen-Tief von 2,71 Euro abgerutscht. Seit dem Jahresanfang summieren sich die Kursverluste damit auf 49 Prozent, womit der Titel zu den schwächsten Werten im deutschen Nebenwertebereich zählt.

Operative Neuordnung und Ausblick auf November

Für das Management um Wojczewski geht es in den kommenden Monaten vor allem darum, verlorenes Vertrauen am Kapitalmarkt zurückzugewinnen. Evotec hatte im Juli seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 kräftig nach unten korrigiert.

Das Unternehmen rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem Umsatz zwischen 570 und 610 Millionen Euro, nachdem zuvor 700 bis 780 Millionen Euro angepeilt worden waren. Beim bereinigten EBITDA wird mittlerweile ein Verlust von 70 bis 105 Millionen Euro erwartet.

Vor rund einem Monat wurden diese reduzierten Jahresziele mit der Vorlage der endgültigen Zahlen für das erste Halbjahr bestätigt. Vor gut einer Woche trat Finanzchefin Claire Hinshelwood auf einer Investorenkonferenz auf und stellte positive operative Indikatoren sowie künftige Umsätze in Aussicht.

Welche Fortschritte die eingeleiteten Maßnahmen tatsächlich bringen, wird sich am 5. November 2026 zeigen. An diesem Termin will der Vorstand die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des Jahres vorlegen.

Strategische Initiativen und Pipeline-Fortschritte

Ungeachtet der finanziellen Restrukturierung treibt Evotec seine Kooperationen und wissenschaftlichen Programme voran. Im Rahmen der Forschungsallianzen verbindet das Unternehmen eigene Plattformen mit den Technologien externer Partner, um neue Therapieansätze zu entwickeln.

Gleichzeitig verzeichnet die US-Tochter Just – Evotec Biologics Fortschritte in der klinischen Entwicklung. Das Antikörperprogramm gegen Orthopoxviren, das in Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten vorangetrieben wird, erreichte im September die klinische Phase I. Ob solche operativen Meilensteine ausreichen, um die Aktie nachhaltig von ihren Tiefständen zu lösen, hängt für Anleger jedoch maßgeblich von den Fortschritten bei der Profitabilität im November ab.

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