Evotec Aktie: Niedergeschlagenheit dominiert

Das Biotech-Unternehmen Evotec kündigt ein umfassendes Restrukturierungsprogramm mit 800 Stellenstreichungen an und korrigiert seine Prognose für 2026 deutlich nach unten, was zu einem historischen Kursrutsch führte.

Die Kernpunkte:
  • Umfassendes Sparprogramm mit 800 Stellenabbau
  • Umsatzprognose für 2026 deutlich unter Erwartungen
  • Aktienkurs fällt auf niedrigsten Stand seit 2016
  • Mittelfristige Ziele bis 2030 bleiben bestehen

Stellenabbau, Standortschließungen, eine Prognose weit unter Markterwartungen — Evotec hat den Markt mit dem Restrukturierungsprogramm „Horizon“ kalt erwischt. Die Aktie des Hamburger Biotech-Unternehmens notiert auf dem tiefsten Stand seit fast einem Jahrzehnt.

Radikaler Schnitt: 800 Stellen, vier Standorte

Am 10. März kündigte Evotec das Programm „Horizon“ an — die nächste Phase einer mehrstufigen Transformation, die bereits 2024 mit dem „Priority Reset“ begann. Konkret bedeutet das: vier Standortschließungen weltweit, eine Reduktion auf zehn operative Zentren und der Abbau von bis zu 800 Stellen.

Die Rechnung dahinter ist klar. Bis Ende 2027 sollen Run-Rate-Kosteneinsparungen von rund 75 Millionen Euro erreicht werden. Der Preis dafür: Restrukturierungskosten von etwa 100 Millionen Euro in den Jahren 2026 bis 2028.

Prognose 2026 verfehlt Erwartungen deutlich

Was den Markt besonders traf, war der Ausblick. Für 2026 erwartet Evotec Umsätze zwischen 700 und 780 Millionen Euro — im schlechtesten Fall also weniger als die vorläufig gemeldeten 788 Millionen Euro für 2025. Das bereinigte EBITDA soll zwischen null und 40 Millionen Euro liegen. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagierten: Die Aktie verlor zeitweise fast 17 Prozent und fiel auf ein Niveau, das zuletzt 2016 erreicht wurde.

Das Kernsegment Drug Discovery & Preclinical Development belastete 2025 spürbar: Umsätze sanken um 13 Prozent auf rund 529 Millionen Euro, das Segment-EBITDA rutschte ins Minus. Gegenläufig entwickelte sich das Biologics-Segment Just — Evotec Biologics mit einem Umsatzplus von rund 40 Prozent auf 259 Millionen Euro.

Evotec bezeichnet 2026 ausdrücklich als Übergangsjahr. Erste operative Verbesserungen erwartet das Management erst ab der zweiten Jahreshälfte.

Mittelfristige Ambitionen — und eine laufende Untersuchung

Trotz des schwachen Kurzfristausblicks hält Evotec an seinen Zielen für 2030 fest: Konzernumsatz von über einer Milliarde Euro, eine bereinigte EBITDA-Marge von 20 Prozent ab 2028. Das „Horizon“-Programm soll größtenteils bis Ende 2027 abgeschlossen sein.

Zusätzlichen Gegenwind liefert eine Untersuchung der US-Anwaltskanzlei Johnson Fistel, die nach der „Horizon“-Ankündigung mögliche Ansprüche von Evotec-Investoren prüft. Den nächsten konkreten Datenpunkt liefert Evotec am 8. April mit den finalen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 — ein Termin, der für die Kursentwicklung richtungsweisend werden dürfte. Die Aktie notiert aktuell rund 48 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom Mai 2025.

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