Evotec Aktie: Rekordwoche enthüllt Risse
Evotec verzeichnet starke Kursgewinne, nachdem der Konzern seinen Verlust halbieren konnte und eine Zahlung aus dem Tubulis-Verkauf ansteht. Die Erholung bleibt jedoch fragil.

- Verlust halbiert, operatives Ergebnis verdoppelt
- Erwartete Zahlung von Gilead Sciences im Q2
- Umsatzrückgang für 2026 prognostiziert
- Transformationsprogramm Horizon soll Kosten senken
Ein Plus von 20 Prozent in sieben Tagen, Spitzenreiter in TecDAX und SDAX — Evotec erlebt gerade eine der stärksten Kurswochen seit Langem. Was steckt dahinter, und wie belastbar ist die Erholung?
Starke Zahlen, aber gespaltenes Bild
Die Rallye hat operative Grundlage. Evotec halbierte seinen Nachsteuerverlust auf rund 104 Millionen Euro — nach gut 196 Millionen Euro im Vorjahr. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte auf 41 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie 2024.
Der Konzern ist dabei intern tief gespalten. Das Biologika-Segment legte beim Umsatz um 39 Prozent auf 259 Millionen Euro zu. Das klassische Forschungsdienstleistungsgeschäft dagegen rutschte mit einem operativen Verlust von 12 Millionen Euro in die roten Zahlen — Folge eines anhaltend schwachen Marktumfelds in diesem Bereich.
Gilead-Zahlung als Schlüssel
Ein konkreter Kurstreiber ist die erwartete Zahlung aus dem Tubulis-Deal. Gilead Sciences übernimmt die Evotec-Beteiligung Tubulis; im zweiten Quartal erwartet Evotec daraus rund 100 Millionen US-Dollar Vorabzahlung, plus bis zu 58 Millionen Dollar bei Meilensteinen. Die Jahresend-Liquidität lag bereits bei rund 476 Millionen Euro — ein solider Puffer.
Berenberg rechnet für 2026 dennoch mit einem Umsatzrückgang auf rund 737 Millionen Euro und einem noch negativen Betriebsergebnis. Die Rückkehr in die Gewinnzone plant die Bank erst für 2027 ein.
Horizon-Programm unter Beweis
Evotec selbst nennt 2026 ein Übergangsjahr. Der Umsatz soll zwischen 700 und 780 Millionen Euro landen, das bereinigte EBITDA zwischen null und 40 Millionen Euro. Mittelfristig peilt das Management mehr als eine Milliarde Euro Konzernumsatz bis 2030 an, die bereinigte EBITDA-Marge soll 2028 bei 20 Prozent liegen.
Das Transformationsprogramm „Horizon“ soll die globalen Standorte auf zehn reduzieren und die Kostenbasis bis Ende 2027 um rund 75 Millionen Euro senken. Spürbare Fortschritte erwartet das Management vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2026 — genau dann muss auch die Gilead-Zahlung wie geplant fließen.
Trotz der Rallye notiert die Aktie mit 5,64 Euro noch gut 32 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch und liegt knapp unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Am 11. Juni 2026 tritt Evotec zur Hauptversammlung zusammen; dort soll Dieter Weinand den Aufsichtsratsvorsitz übernehmen. Das zweite Halbjahr 2026 wird zeigen, ob operative Verbesserungen und Gilead-Mittel zusammen reichen, um das Vertrauen der Investoren dauerhaft zurückzugewinnen.
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