Evotec Aktie: Tiefster Stand seit 2016

Das Biotech-Unternehmen Evotec kündigt den Abbau von 800 Stellen und eine Standortkonzentration an, was zu einem massiven Kursverfall führt. Die Umsatzprognose für 2026 fällt hinter Erwartungen zurück.

Die Kernpunkte:
  • Massiver Stellenabbau von fast 20 Prozent
  • Kurs fällt auf niedrigsten Stand seit 2016
  • Umsatzprognose für 2026 enttäuscht Analysten
  • Neues Sparprogramm soll ab 2027 wirken

Evotec läutet heute eine weitreichende Restrukturierung ein – und die Börse quittiert sie mit einem Kurssturz von rund 16 Prozent auf 4,52 Euro, den tiefsten Stand seit fast einem Jahrzehnt. Was steckt hinter dem Einbruch, und reichen die angekündigten Maßnahmen tatsächlich aus?

Das neue Programm namens „Horizon“ sieht vor, das globale Standortnetz von zuletzt 14 auf künftig 10 Standorte zu verkleinern. Gleichzeitig sollen bis zu 800 Stellen gestrichen werden – knapp ein Fünftel der Belegschaft. Welche Standorte konkret betroffen sind, ließ das Unternehmen bislang offen. Erste operative Effekte erwartet Evotec für das zweite Halbjahr 2026; die vollständige Umsetzung soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein.

Ambitiöse Ziele, hohe Umbaukosten

Finanziell soll „Horizon“ ab 2027 jährliche Einsparungen von rund 75 Millionen Euro bringen. Der Preis dafür ist beträchtlich: Restrukturierungskosten von rund 100 Millionen Euro in bar sowie weitere nicht-zahlungswirksame Abschreibungen bis 2028. Mittelfristig peilt Evotec Konzernerlöse von über einer Milliarde Euro an – mit einer Wachstumsrate von 8 bis 12 Prozent jährlich und einer bereinigten EBITDA-Marge von 20 Prozent bis 2028.

Dass der Markt dennoch so deutlich reagiert, liegt vor allem an der Umsatzguidance für 2026. Analysten bemängelten, dass selbst das obere Ende der anvisierten Spanne spürbar unter den bisherigen Konsensschätzungen liegt. Immerhin: Die vorläufigen Zahlen für 2025 übertrafen die Erwartungen leicht. Der Umsatz sank zwar moderat auf 788 Millionen Euro, doch das bereinigte operative Ergebnis stieg deutlich auf 41 Millionen Euro – nach 22,6 Millionen Euro im Vorjahr.

Umbau mit Anlauf

Der Umbau kommt nicht von ungefähr. Seit der COVID-19-Pandemie kämpft Evotec mit strukturellen Verlusten. CEO Wojczewski, seit Juli 2024 im Amt, treibt die Neuausrichtung konsequent voran. Ein zentrales Element ist bereits vollzogen: der Verkauf des Biologics-Standorts in Toulouse an Sandoz. Der Deal brachte sofortige Mittelzuflüsse von rund 350 Millionen US-Dollar und sichert zusätzliche potenzielle Einnahmen von über 300 Millionen US-Dollar aus Lizenz- und Meilensteinzahlungen.

Parallel dazu hat sich die Aktionärsstruktur verändert: Goldman Sachs meldete zuletzt einen Stimmrechtsanteil von 6,12 Prozent – ein Anstieg von zuvor 3,68 Prozent. Auch Triton und Mubadala Investment Company halten jeweils Positionen von über 5 Prozent.

Den nächsten konkreten Prüfstein liefert der 8. April 2026, wenn Evotec die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 sowie eine detaillierte Guidance für 2026 vorlegt. Erst dann wird sich zeigen, ob das Management seinen ambitionierten Wachstumskurs mit belastbaren Zahlen untermauern kann.

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