Evotec Aktie: Umbau hat seinen Preis
Evotec schließt 2025 solide ab, erwartet für 2026 jedoch Umsatzrückgang und schmales EBITDA. Das umfangreiche Restrukturierungsprogramm verursacht hohe Kosten, bevor jährliche Einsparungen von 75 Millionen Euro wirken.

- Solides Jahresergebnis 2025 am oberen Prognoseende
- Umsatz- und EBITDA-Prognose für 2026 deutlich gedämpft
- Restrukturierungskosten von rund 100 Millionen Euro belasten Bilanz
- Stellenabbau und Standortreduktion als Teil des Umbaus
Das Zahlenwerk für 2025 fiel besser aus als befürchtet — doch der eigentliche Test beginnt erst jetzt. Evotec hat mit dem Programm „Horizon“ einen tiefgreifenden Umbau eingeleitet, dessen Kosten das laufende Jahr belasten werden, bevor die erhofften Einsparungen greifen.
Solides 2025, schwieriges 2026
Den Jahresabschluss 2025 hat Evotec mit einem Konzernumsatz von 788,4 Millionen Euro und einem bereinigten EBITDA von 41,1 Millionen Euro am oberen Ende der eigenen Prognose abgeschlossen. Besonders das vierte Quartal stach hervor: Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 253,3 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA verdoppelte sich auf 58,0 Millionen Euro — allerdings begünstigt durch Einmaleffekte. Rückenwind lieferten Partnerschaften mit Bristol Myers Squibb und Bayer sowie eine 650-Millionen-Dollar-Transaktion der US-Tochter Just-Evotec Biologics mit Sandoz.
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Das Segment Discovery & Preclinical Development kämpfte hingegen mit anhaltendem Marktgegenwind — ein zweigeteiltes Bild, das sich auch im Ausblick widerspiegelt.
Für 2026 rechnet das Management mit einem Umsatz zwischen 700 und 780 Millionen Euro — im schlechtesten Fall also ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Beim bereinigten EBITDA lautet die Spanne 0 bis 40 Millionen Euro. Operative Verbesserungen erwartet das Unternehmen erst in der zweiten Jahreshälfte, wenn die Restrukturierung erste Früchte trägt. Bis dahin drücken zahlungswirksame Umbaukosten von rund 100 Millionen Euro auf die Bilanz.
Finanziell abgefedert wird das Übergangsjahr durch eine Vorabzahlung von rund 100 Millionen US-Dollar aus der Übernahme der Beteiligung Tubulis durch Gilead Sciences — erwartet im zweiten Quartal 2026.
Stellenabbau, neuer Aufsichtsratschef, aktivistische Aktionäre
„Horizon“ bedeutet konkret: Reduktion der Standorte von 14 auf 10 bis Ende 2027 und Abbau von rund 800 Stellen, überwiegend noch in diesem Jahr. Die anvisierten Kosteneinsparungen belaufen sich auf 75 Millionen Euro jährlich — ein nennenswerter Hebel, der aber Zeit braucht.
Personell setzt Evotec ebenfalls ein Signal: Für den Aufsichtsratsvorsitz ist Dieter Weinand nominiert, ein Pharmaveteran mit Stationen bei Bayer, Pfizer, Bristol Myers Squibb und Sanofi. Die Wahl soll auf der Hauptversammlung am 11. Juni 2026 in Hamburg erfolgen. Marktbeobachter werten die Personalie als Hinweis auf eine stärkere kommerzielle Ausrichtung und engere Anbindung an große Pharmakonzerne.
Im Aktionariat bleibt die Lage unruhig: Marshall Wace hat zuletzt Positionen aufgebaut, während der aktivistische Investor MAK Capital mit rund 7 Prozent weiterhin auf eine separate Börsennotierung von Just-Evotec Biologics drängt.
Die Aktie notiert derzeit rund 46 Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs von 8,32 Euro — ein Kurs, der das Ausmaß des Vertrauensverlusts der vergangenen Monate abbildet. Die Hauptversammlung im Juni wird zeigen, ob das neue Führungsteam die Investoren mit einem überzeugenden Mittelfristplan zurückgewinnen kann.
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