Evotec Aktie: Zwei Motoren, ein Ziel

Evotec durchläuft ein Übergangsjahr mit zweistelligem Wachstum bei Biologics und einem schrumpfenden Discovery-Segment. Das Unternehmen startet ein neues Konsolidierungsprogramm und erhält Förderung von der Gates Foundation.

Die Kernpunkte:
  • Biologics-Sparte steigert Umsatz um rund 40 Prozent
  • Discovery-Geschäft verzeichnet Umsatzrückgang von 13 Prozent
  • Neues Transformationsprogramm Horizon mit Stellenabbau
  • Gates Foundation fördert zehn neue Biologics-Projekte

Das Discovery-Geschäft schwächelt, die Biologics-Tochter wächst zweistellig — Evotec steuert sein Transformationsprogramm durch ein schwieriges Jahr. Und erhält dabei Rückenwind von einer unerwarteten Seite.

Biologics wächst, Discovery schrumpft

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Just – Evotec Biologics steigerte den Umsatz um rund 40 Prozent auf etwa 259 Millionen Euro und lieferte einen positiven EBITDA-Beitrag. Das Discovery-Segment dagegen schrumpfte um rund 13 Prozent auf etwa 529 Millionen Euro — mit negativem Ergebnisbeitrag. Sinkende Investitionen großer Pharmakonzerne in externe Forschungsprojekte, geopolitische Belastungen und höhere Zinsen haben das Marktumfeld für frühe Wirkstoffforschung zuletzt merklich eingetrübt.

CEO Dr. Christian Wojczewski bezeichnete 2026 als Übergangsjahr. Die Guidance sieht einen Konzernumsatz von 700 bis 780 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von 0 bis 40 Millionen Euro vor — eine breite Spanne, die den Unsicherheiten des laufenden Jahres Rechnung trägt. Eine Stabilisierung des Discovery-Marktes erwartet das Management frühestens in der zweiten Jahreshälfte.

Gates Foundation stärkt die Biologics-Pipeline

Abseits der internen Restrukturierung hat Just – Evotec Biologics einen neuen Grant der Gates Foundation erhalten. Die Mittel sollen in den kommenden drei Jahren zehn neue Projekte mit der molekularen Design-Suite „J.MD™“ finanzieren — allesamt mit Fokus auf global relevante Infektionskrankheiten. Die Zusammenarbeit beider Partner läuft bereits seit 2014; realisiert wurden unter anderem Produktionskampagnen gegen RSV, Malaria und HIV.

Für Evotec bedeutet das zweierlei: eine gut gefüllte, extern finanzierte Pipeline für die Biologics-Tochter — und eine zusätzliche Bestätigung der eigenen Technologieplattform durch einen renommierten Partner.

Horizon: Konsolidierung auf 10 Standorte

Am 10. März kündigte Evotec mit „Horizon“ die nächste Phase seiner Transformation an. Das Programm sieht eine Konsolidierung auf zehn globale Standorte vor, verbunden mit dem Abbau von bis zu 800 Stellen. Bis Ende 2027 sollen die Maßnahmen jährliche Einsparungen von rund 75 Millionen Euro bringen — bei Gesamtkosten von etwa 100 Millionen Euro über die Jahre 2026 bis 2028.

Frühere Restrukturierungsrunden lieferten bereits über 60 Millionen Euro an Einsparungen, deutlich mehr als das ursprüngliche Ziel von 40 Millionen Euro. Die Asset-Pipeline wurde um 30 Prozent gestrafft, die Investitionsausgaben um 60 Prozent reduziert. Auf diesem Fundament setzt Evotec nun auf technologische Differenzierung: Data Science, Automatisierung und KI sollen Forschungszyklen verkürzen und die Margen verbessern.

Das Ziel bleibt ambitioniert: Konzernumsätze von über einer Milliarde Euro bis 2030, eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 20 Prozent bis 2028. Ob die Biologics-Sparte den Discovery-Rückgang dauerhaft kompensieren kann, werden die vollständigen Jahreszahlen am 8. April zeigen.

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