Evotec: Rückschlag schickt Aktie in den Keller. Was nun?

Das Biotech-Unternehmen Evotec muss einen herben Rückschlag verkraften, der sich langfristig negativ auf die weitere Geschäftsentwicklung auswirken könnte. Noch wiegelt das Management ab, doch der Schock sitzt tief.

 

© Evotec
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Alzheimer ist eine der Krankheiten, die aufgrund einer immer älter werdenden Bevölkerung auch immer verbreiteter wird. Kein Wunder, dass Firmen, die an Alzheimer-Therapien arbeiten, bislang auch bei den Investoren sehr gut angesehen waren. Schließlich winken hier bei einem Markterfolg Milliardenumsätze und –Gewinne.

So war die bisherige Entwicklung eines Alzheimer-Präparates auch wichtiger Bestandteil der Investment-Story des Biotech-Unternehmens Evotec. Doch seit gestern ist damit vorerst Schluss. Denn wie Evotec bekannt geben musste, hat eine klinische Studie, die über ein Jahr lief, keine Verbesserung bei der Behandlung von Alzheimer aufgezeigt.

 

Springt jetzt auch noch Roche ab?

Solche Rückschläge sind durchaus nichts Ungewöhnliches. Doch in diesem Fall ist die Perspektive alles andere als erfreulich. Denn der Wirkstoff Sembragiline wurde zusammen mit Roche entwickelt. So steht nun zu befürchten, dass sich der Schweizer Pharmakonzern aus der bisherigen Kooperation zurückziehen könnte. Ob Evotec dazu in der Lage wäre, den Wirkstoff in Eigenregie weiter zu entwickeln, oder ob unter das ganze Projekt ein schlussstich gezogen werfen muss, bleibt abzuwarten und sorgt entsprechend am Markt für Unsicherheit.

Das spiegelt auch die Aktie wider, die zum Handelsauftakt zweistellig verlor. Dass es inzwischen eine leichte Erholung gibt, verbessert die Lage nicht wesentlich. Evotec selbst versucht gegenzusteuern, indem man erklärt, dass der Rückschlag keinen Einfluss auf die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr hätte. Für 2015 geht Evotec nach wie vor von einem Umsatz aus, der rund ein Drittel höher liegen soll als im Vorjahr. Außerdem will man auf EBITDA-Basis profitabel sein.

 

Evotecs Chance: Aktie kann Unterstützung verteidigen

Das Problem: Selbst wenn diese Einschätzung stimmt, will sie momentan keiner richtig ernstnehmen. Und es führt auch daran kein Weg vorbei, dass die Kursperformance in den letzten 12 Monaten natürlich auch von den Spekulationen rund um den Forschungserfolg beim Alzheimer-Präparat gespeist war. Das muss jetzt erst einmal geradegerückt werden.

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Immerhin: Aus charttechnischer Sicht könnte Evotec trotz des Rücksetzers die Unterstützungszone um die 3,20 Euro verteidigen können. Gelingt dies, wäre das eine gute Ausgangsbasis für einen späteren Rebound. In der aktuell hohen Volatilität würden wir aber nicht einsteigen.

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