Exxon Mobil Aktie: 31. Juli entscheidet über Gewinnsprung

Uneinigkeit an der Wall Street: Goldman Sachs und Citi senken Kursziele, während UBS und Bernstein auf Kauf setzen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie legte um 6,11 Prozent zu
  • Goldman Sachs und Citi senken Kursziele
  • OPEC senkt Nachfrageprognose für 2026
  • Quartalszahlen am 31. Juli erwartet

Exxon Mobil hat eine bemerkenswerte Woche hinter sich. Die Aktie legte binnen sieben Handelstagen um 6,11 Prozent zu und schloss am Freitag bei 147,36 Dollar. Grund dafür: Anleger positionieren sich vor den Quartalszahlen, die Ende Juli anstehen.

Der RSI von 63,9 signalisiert starkes, aber noch nicht überhitztes Momentum. Genau das macht die kommenden Wochen spannend. Die Aktie bewegt sich am oberen Rand ihrer jüngsten Handelsspanne.

Analysten senden widersprüchliche Signale

Ausgerechnet in dieser Phase zeigt sich Wall Street uneins wie selten. Goldman-Sachs-Analyst Neil Mehta bestätigte seine vorsichtige Haltung und beließ das Kursziel bei 157 Dollar. Seine Begründung: Der Ausblick für das zweite Quartal decke sich mit dem Marktkonsens, mehr Fantasie sehe er derzeit nicht.

Citi ging in die andere Richtung und senkte das Kursziel deutlich von 175 auf 155 Dollar. UBS und Bernstein blieben dagegen bei ihrem Kauf-Votum. Der Analystenkonsens liegt bei „Moderate Buy“ mit einem mittleren Kursziel von 172,05 Dollar – das entspräche einem Aufwärtspotenzial von rund 15 Prozent gegenüber dem Ausgangsniveau.

Die Spanne zwischen 155 und 175 Dollar zeigt: Einigkeit sieht anders aus. Sie spiegelt eine echte Unsicherheit darüber, wie nachhaltig das aktuelle Ölpreisniveau ist, sobald geopolitische Risikoaufschläge nachlassen.

OPEC kappt Prognose, Nahost-Risiko stützt Preise

Mitten in diese Debatte platzte der monatliche OPEC-Bericht. Das Kartell senkte seine Nachfrageprognose für 2026 im Juli um rund 200.000 Barrel pro Tag auf etwa 800.000 Barrel – bereits die dritte Abwärtskorrektur in Folge. Für 2027 zeichnet sich dagegen ein anderes Bild: Die OPEC hob ihre Wachstumsprognose um 210.000 Barrel pro Tag auf 1,73 Millionen Barrel täglich an.

Für Exxon zählt kurzfristig vor allem eine andere Dynamik. Bleibt das Angebot gestört, während die Nachfrage robust bleibt, steigen Öl- und Gaspreise – gute Nachrichten für einen Verkäufer dieser Rohstoffe. Die anhaltenden Risiken rund um die Straße von Hormus trieben genau diesen Effekt den ganzen Sommer über an.

Vorfreude auf den 31. Juli

Der nächste große Kurstreiber ist bereits terminiert: Exxon legt am 31. Juli seine Zahlen zum zweiten Quartal vor. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten bleiben dabei der entscheidende Schwungfaktor für Öl und die Aktie.

Das Unternehmen hat dem Markt bereits vorgegriffen und ein starkes Quartal signalisiert. Manche Schätzungen gehen davon aus, dass höhere Ölpreise den Gewinn um bis zu 5 Milliarden Dollar steigern könnten. Analysten rechnen entsprechend mit einem Gewinn je Aktie von etwa 3,56 Dollar bei einem Umsatz nahe 98,7 Milliarden Dollar – wobei die Schätzungen je nach Behandlung von Sondereffekten stark variieren.

Dividende als zweites Standbein

Parallel zur Zahlenerwartung kursiert unter Einkommensanlegern ein Vergleich mit Chevron. Chevrons Dividendenrendite von rund 4 Prozent liegt spürbar über Exxons etwa 3 Prozent. Beide Konzerne gelten als solide geführt, doch wer auf verlässliche Ausschüttungen statt auf Ölpreisschwankungen setzen will, findet bei Chevron aktuell die attraktivere Rendite.

Diese Debatte zeigt etwas Grundsätzliches: Exxons Investment-Case stützt sich zunehmend auf die Verlässlichkeit der Ausschüttungen – nicht nur auf den Rohstoffzyklus selbst.

Die kommenden Wochen entscheiden sich an zwei konkreten Punkten. Erstens: jede weitere Eskalation oder Entspannung rund um die Straße von Hormus. Zweitens: der Zahlenausweis am 31. Juli, der zeigen muss, ob die selbst angekündigte milliardenschwere Gewinnsteigerung tatsächlich eintritt.

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