Exxon Mobil Aktie: Guyana-Streit eskaliert?

Die Liefervereinbarung mit Petrovietnam stärkt ExxonMobils Absatz in Asien; Wells Fargo senkt die Einstufung bei unverändertem Kursziel.

Die Kernpunkte:
  • Rohölrahmenvertrag für Vietnams Dung-Quat-Raffinerie
  • Jährliches Kontingent von mindestens zwei Millionen Barrel
  • Wells Fargo senkt Bewertung auf Equal Weight
  • Kursziel bleibt bei 182 US-Dollar

Rohöl für die Dung-Quat-Raffinerie

ExxonMobil Asia Pacific hat am Mittwoch eine Rahmenvereinbarung über Rohöllieferungen mit der vietnamesischen Petrovietnam Refining and Petrochemical Corporation geschlossen. Die Vereinbarung zielt auf die Versorgung der Dung-Quat-Raffinerie in Vietnam ab. Medienberichten zufolge eröffnet der Vertrag dem Betreiber die Möglichkeit, sich jährlich ein Kontingent von mindestens 2 Millionen Barrel Rohöl zu sichern.

Für den US-Konzern bedeutet die Vereinbarung eine Festigung seiner Absatzkanäle im asiatisch-pazifischen Raum. Das Raffineriegeschäft in Südostasien verzeichnet einen anhaltenden Rohstoffbedarf, den Exxon Mobil mit seinen weltweiten Förderkapazitäten bedienen kann.

Langfristige Finanzierung und Debatte um Guyana

Auf der Finanzierungsseite platzierte der Konzern neue Verbindlichkeiten am Kapitalmarkt. Bereits am 25. September emittierte die Exxon Mobil Corporation variabel verzinste Anleihen mit einer Fälligkeit im Jahr 2076 über einen Gesamtnennbetrag von $185.883.000. Diese Emission ist vollständig und unwiderruflich durch die ExxonMobil Holdings Corporation garantiert, wie aus Unterlagen der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht.

Parallel dazu bezog das Unternehmen Stellung zu politischen Diskussionen über seine Offshore-Förderung in Südamerika. Am 27. September sprach sich Alistair Routledge, Präsident von ExxonMobil Guyana, gegen Forderungen nach einer steuerlichen und organisatorischen Abgrenzung künftiger Projekte im Stabroek-Block aus.

Medienberichten zufolge vertrat Routledge die Position, dass die bestehende Finanzierungsstruktur den wirtschaftlichen Nutzen für Guyana am besten maximiere.

Analystenurteil und uneinheitliches Marktumfeld

Am Donnerstag passte Wells Fargo die Einstufung für die Aktie des Energieriesen an. Die Analysten stuften das Papier von „Overweight“ auf „Equal Weight“ ab, ließen das Kursziel mit $182 jedoch unverändert.

Ausschlaggebend für die Neubewertung waren laut Wells Fargo keine operativen Schwierigkeiten bei Exxon Mobil, sondern der bestehende Bewertungsaufschlag der Aktie sowie relativ attraktivere Opportunitäten beim Wettbewerber BP, insbesondere durch dessen beschleunigten Schuldenabbau.

An den Rohstoffmärkten zeigte sich das Bild zum Wochenausklang wechselhaft. Wie Reuters berichtete, gaben die Ölpreise gestern nach einem kräftigen Anstieg am Vortag wieder nach, da Händler Signale einer Erholung der Lieferungen aus dem Nahen Osten gegen erneute Spannungen zwischen den USA und dem Iran abwogen.

Vor diesem Hintergrund schloss die Aktie von Exxon Mobil am Freitag bei 164,01 USD mit einem leichten Tagesplus von 0,1 Prozent, was im Wochenverlauf einem Anstieg von 2,1 Prozent entspricht.

Anzeige

Stand heute, 3. Oktober: Exxon Mobil – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Exxon Mobil investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 3. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Exxon Mobil: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Exxon Mobil