Exxon Mobil Aktie: Rekordjagd mit Beigeschmack

Exxon Mobil meldet starke Quartalszahlen und kehrt in die Arktis zurück, während ein Bericht über ein Biotreibstoffprogramm für Kritik sorgt. Analysten heben die Kursziele an.

Die Kernpunkte:
  • Start der LNG-Produktion in Texas
  • Bohrrechte in Alaska gesichert
  • Gewinn übertrifft Analystenerwartungen
  • Medienbericht zu Biotreibstoffprogramm

Der US-Ölriese Exxon Mobil liefert derzeit auf fast allen operativen Ebenen ab. Neben einem wichtigen Durchbruch beim milliardenschweren Golden-Pass-LNG-Projekt in Texas glänzt der Konzern mit starken Quartalszahlen und wagt überraschend die Rückkehr in die Arktis. Ein aktueller Medienbericht über geschönte Aussichten beim hauseigenen Algen-Biotreibstoffprogramm mischt jedoch einen kritischen Unterton in die breite Erfolgsmeldung.

LNG-Export und Arktis-Comeback

Am Montag startete die erste Produktionslinie des Flüssigerdgasterminals Golden Pass in Texas offiziell in die Inbetriebnahme. Das Zehn-Milliarden-Dollar-Projekt, an dem Exxon Mobil 30 Prozent und QatarEnergy 70 Prozent halten, soll im zweiten Quartal 2026 die ersten kommerziellen Frachten exportieren. Damit positioniert sich das Unternehmen gezielt, um die anhaltend hohe globale Gasnachfrage nach dem Wegfall russischer Lieferungen in Europa zu bedienen.

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Parallel dazu vollzieht der Konzern einen strategischen Schwenk auf dem Heimatmarkt. Bei einer Auktion am Dienstag sicherte sich Exxon Mobil für über sieben Millionen US-Dollar Bohrrechte für rund 138.000 Hektar im Norden Alaskas. Diese erste nennenswerte Investition in der Region seit über einem Jahrzehnt unterstreicht den erneuten Fokus auf konventionelle Ölvorkommen, ungeachtet der extremen Umweltbedingungen vor Ort.

Starke Zahlen treffen auf Greenwashing-Vorwürfe

Die operativen Fortschritte spiegeln sich in der Bilanz wider. Mit einem Gewinn von 1,71 US-Dollar pro Aktie übertraf Exxon Mobil die Analystenschätzungen von 1,63 US-Dollar. Ein treibender Faktor bleibt das hohe Preisniveau am Ölmarkt, wo die Sorte Brent aktuell zwischen 115 und 120 US-Dollar pro Barrel pendelt. Jeder Dollar Preisanstieg beim Brent-Öl bringt dem Unternehmen laut Marktdaten etwa 0,25 US-Dollar zusätzlichen Gewinn pro Aktie ein.

Einen Schatten auf die Geschäftsentwicklung wirft allerdings ein am Dienstag veröffentlichter Bericht des Wall Street Journal. Interne Dokumente legen nahe, dass Wissenschaftler des Unternehmens bereits 2020 erhebliche Zweifel an der Machbarkeit des 500 Millionen US-Dollar teuren Algen-Biotreibstoffprogramms äußerten. Das Management soll das Projekt gegenüber Investoren dennoch weiterhin als vielversprechende grüne Alternative beworben haben.

Analysten heben Kursziele an

An der Börse honorierten Anleger zuletzt vor allem die starke operative Entwicklung und das laufende Aktienrückkaufprogramm. Der Titel notiert aktuell bei 149,34 Euro und damit nur hauchdünn unter seinem erst gestern markierten 52-Wochen-Hoch von 149,46 Euro. Seit Jahresbeginn steht bereits ein massives Plus von über 42 Prozent zu Buche.

Vor dem Hintergrund der robusten Cashflows und des hohen Ölpreises haben mehrere Investmentbanken ihre Einschätzungen nach oben korrigiert:

  • Morgan Stanley: 172 US-Dollar (zuvor 134 US-Dollar, Rating „Overweight“)
  • Mizuho: 162 US-Dollar
  • HSBC: 158 US-Dollar

Das Management steht nun vor einer doppelten Aufgabe. Einerseits gilt es, die verbleibenden zwei Produktionslinien des Golden-Pass-Terminals bis zum geplanten Exportstart im zweiten Quartal 2026 planmäßig hochzufahren. Andererseits erfordert der Medienbericht über das Algen-Programm eine zügige und transparente Aufarbeitung, um mögliche Reputationsschäden bei institutionellen Investoren abzuwenden.

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