Facc Aktie: Guidance auf 10–15 Prozent Wachstum erhöht

FACC steigert Umsatz und EBIT deutlich, hebt Jahresprognose an und investiert 350 Mio. Euro in neue Werke.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzplus von 8,6 Prozent
  • EBIT-Marge verbessert auf 4,8 Prozent
  • Investitionsprogramm bis 2030 beschlossen
  • Prognose für 2026 nach oben korrigiert

Wachstumsschub bei Umsatz und Ergebnis

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres steigerte FACC den Umsatz um 8,6 Prozent auf 526,3 Millionen Euro. Noch deutlicher fiel der Zuwachs beim operativen Ergebnis (EBIT) aus, das um 37,9 Prozent auf 25,3 Millionen Euro kletterte. Damit verbesserte das Unternehmen seine EBIT-Marge signifikant von 3,8 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nun 4,8 Prozent. Auch die Cashflow-Situation hat sich merklich entspannt: Der Free Cashflow legte um 54 Prozent auf 48,9 Millionen Euro zu.

Aufgrund dieser Entwicklung hat das Management die Guidance für das Gesamtjahr 2026 konkretisiert und am oberen Ende angehoben. Beim Umsatz wird nun ein Wachstum zwischen 10 und 15 Prozent angestrebt, nachdem zuvor eine Spanne von 5 bis 15 Prozent kommuniziert worden war.

Für die EBIT-Marge peilt das Unternehmen einen Wert zwischen 5,25 und 6,25 Prozent an. Langfristig ist das Ziel noch ehrgeiziger: Für das Jahr 2027 wird eine operative Marge von über 8 Prozent in Aussicht gestellt.

Investitionen in automatisierte Aerostructures

Um das geplante Wachstum abzusichern, hat FACC ein umfangreiches Investitionsprogramm aufgelegt. Bis zum Jahr 2030 sollen insgesamt 350 Millionen Euro in die Standorte und Technologien fließen. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist der Bau eines neuen, hochautomatisierten Werks für Aerostructures in Österreich.

Für dieses Projekt sind 120 Millionen Euro reserviert, der Produktionsstart ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Die Finanzierung dieser Vorhaben soll vollständig aus dem internen Cashflow erfolgen, womit das Unternehmen eine Kapitalerhöhung derzeit ausschließt.

Das Unternehmen profitiert dabei von der hohen Nachfrage bei den großen Flugzeugbauern. Die Produktionsraten für die Airbus A320-Familie sollen bis 2028 von derzeit 57 auf 75 Maschinen pro Monat gesteigert werden, was einem Plus von 32 Prozent entspricht.

Ähnliche Zuwächse werden für die Boeing 737 erwartet. Besonders dynamisch entwickelt sich die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller COMAC für das Modell C919. Hier ist eine Steigerung der monatlichen Produktion um 140 Prozent von 5 auf 12 Flugzeuge geplant.

Kursentwicklung im Branchenkontext

An der Börse zeigt sich bei der FACC-Aktie auf längere Sicht ein freundliches Bild, auch wenn das Papier am Freitag mit einem Abschlag von 2,9 Prozent bei 15,22 Euro aus dem Handel ging. Innerhalb der letzten zwölf Monate verzeichnete der Wert einen deutlichen Zuwachs von 113 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 19,70 Euro, das erst Anfang Juli erreicht wurde, ist der Titel aktuell rund 23 Prozent entfernt. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf 717,07 Millionen Euro.

Trotz der kurzfristigen Gewinnmitnahmen nach den Halbjahreszahlen bleibt die operative Dynamik hoch. Das Erreichen der Margenziele wird maßgeblich davon abhängen, wie effizient das Unternehmen die angekündigten Produktionshochläufe bei Airbus und Boeing trotz der branchenweiten logistischen Herausforderungen umsetzen kann. Die Erhöhung der Prognose unterstreicht jedoch das Vertrauen des Managements in die eigene Lieferfähigkeit und die Stärke des Auftragsbestands.

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