FACC: Österreichs Top-Flugzeugzulieferer mit Rebound-Phantasie

Geht es um österreichische High-Tech, kommen Investoren nicht an FACC vorbei. Denn der oberösterreichische Flugzeugzulieferer gehört in seinem Geschäft zu den Top-Unternehmen.

© FACC

Das liegt vor allem daran, dass es FACC mit seinen Produkten Standards setzt. Denn das Unternehmen liefert Leichtbau-Komponenten unter anderem für Tragflächen, Turbinen und Kabinen von Flugzeugen. Und gerade das Thema Leichtbau ist in der Branche eines der Mega-Themen. Denn die Airlines sind aufs größte daran interessiert, ihre Flugzeuge immer leichter zu machen, um damit Treibstoff einsparen zu können.

FACC mit kräftigem Wachstumsmomentum

Dass FACC hierbei zu den gesuchten Adressen für die Flugzeugbauer gehört, lässt sich schon am allgemeinen Wachstumstrend ablesen. So setzte die Vorgänger-Firma Aerospace Innovation Investment GmbH im Geschäftsjahr 2011/2012 rund 355 Millionen Euro um. Im zurückliegenden Geschäftsjahr waren es bei FACC bereits 588 Millionen Euro. Und auch im noch bis Ende Februar laufenden Geschäftsjahr 2016/2017 soll es einen kräftigen Wachstumsschub gegeben haben. So rechnete das Unternehmen bislang mit einem Umsatzwachstum um gut 18 % auf fast 700 Millionen Euro.

Und auch beim Gewinn soll es im zu Ende gehenden Geschäftsjahr wieder steil bergauf gegangen sein. Erwartet wird ein Nettoergebnis von rund 11 Millionen Euro nach einem Verlust von rund zwei 20 Millionen Euro im Vorjahr. Wobei man das Vorjahresergebnis mit Vorsicht genießen muss. Denn dieses war vor allem durch ein Ereignis geprägt. Denn 2016 wurde FACC Opfer der sogenannten Chef-Masche. Eine fingierte Anweisung des angeblichen Vorstandes sorgte dafür, dass die Finanzabteilung 50 Millionen Euro überwies, die irgendwo auf ausländischen Konten auf Nimmerwiedersehen verschwanden.

Neue Führungsmannschaft

Das sorgte auch dann für, dass der Hauptaktionär von FACC, die FACC International Co. in Händen der chinesische Luftfahrtindustrie (AVIC), dafür sorgte, dass sowohl Gründer und Vorstandschef Walter Stephan als auch Finanzvorständin Minfen Gu ihre Posten räumen mussten. Neuer Chef ist seit wenigen Tagen Robert Machtlinger, der das Unternehmen bereits interimistisch führte und zuvor Chief Operating Officer bei der FACC Operations GmbH war.

Langfristiger Abwärtstrend durchbrochen

Der Blick auf die Aktie: Eine operative Schwäche in 2015 und der Betrugsfall in 2016 haben in der Aktie tiefe Spuren hinterlassen. Die Marktkapitalisierung wurde bis Mitte 2016 mehr als halbiert. Doch seit einem Tief im Bereich um vier Euro je Aktie konnte der Wert inzwischen wieder deutlich aufholen und zuletzt sogar den langfristigen Abwärtstrend nach oben hin durchbrechen.

Und es dürfte relativ wenig Zweifel daran geben, dass diese Entwicklung weiter fortgeführt werden kann. Denn mit echten Enttäuschungen auf der operativen Ebene rechnet faktisch niemand, zumal das Unternehmen bereits beim Ergebnis des dritten Quartals mit einem Umsatzzuwachs um 24 % und einem Wachstum beim operativen Ergebnis um 44 % glänzen konnte.

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