Facebook: Neues Urteil als Gefahr für das Geschäftsmodell?

Die schlechten Nachrichten reißen für Facebook nicht ab. Nach dem bekannten Datenskandal und dem deswegen geforderten „Gang nach Canossa“ von Mark Zuckerberg vor den US-Kongress droht dem größten sozialen Netzwerk der Erde neues Ungemach in Europa.

Dies nicht nur in Gestalt der neuen Datenschutz-Verordnung DSGVO, die aktuell bei allen Unternehmen in Europa für schlaflose Nächte sorgt. Ganz frisch bedroht auch ein neues Urteil des Europäischen Gerichtshof das Geschäftsmodell von Facebook.

Neues Urteil stellt Geschäftsmodell in Frage

Denn der EuGH hat in einem faktischen Musterprozess geurteilt, dass Betreiber von Fan-Pages auf Facebook mitverantwortlich für die Durchsetzung der Datenschutzbestimmungen sind. Spinnt man dies weiter, könnte theoretisch jeder x-beliebige Mittelständler oder Verein, der auf Facebook eine Seite betreibt, für Datenschutzverstöße des Milliardenkonzerns haftbar gemacht werden. Ein Horrorszenario par exellance. Kein Wunder, dass auf den einschlägigen Internetseiten die Besprechungen des neuen Urteils darin münden, dass angeraten wird, Fan-Pages erst einmal abzuschalten, um auf Nummer sicher zu gehen.

Korrigiert jetzt die Aktie?

Wie das am Ende tatsächlich ausgeht, bleibt abzuwarten. Tatsache ist allerdings, dass sich Facebook insbesondere im europäischen Geschäft darauf einstellen muss, womöglich sein gesamtes Geschäftsmodell zu überarbeiten. Ob man das will und wie man das umsetzt, steht noch komplett in den Sternen. Aber dass man Europa quasi ausklammert und ignoriert, ist ebenfalls kaum vorstellbar.

Das alles dürfte tendenziell für die Aktie von Facebook wenig Erfreuliches bereithalten. Nach der kräftigen Rallye der letzten Monate könnte hier wieder eine ausgeprägtere Korrektur in der Luft liegen.

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