Fed steuert auf erste Zinserhöhung unter Kevin Warsh zu
Die Fed dürfte den Leitzins auf 3,75 bis 4,00 Prozent anheben. Inflation, Anleiherenditen und politischer Druck prägen den Entscheid.

- Warsh steht vor erstem Zinsschritt
- Inflation verharrt bei 3,4 Prozent
- Zehnjährige US-Rendite erreicht 5,04 Prozent
- Trump fordert weiterhin niedrigere Leitzinsen
Die US-Notenbank Federal Reserve steht am heutigen Mittwoch vor ihrer ersten Leitzinserhöhung unter der Führung ihres neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. An den Zinsterminmärkten wird eine Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent fest erwartet. Der Schritt markiert eine geldpolitische Wende: Ein einzelner Zinsschritt gilt im Notenbankrat als unzureichend, sodass Marktbeobachter mit dem Beginn eines längeren Straffungszyklus rechnen.
Energiepreise treiben die Inflation an
Die Teuerungsrate verharrte im August bei 3,4 Prozent und liegt damit spürbar über dem offiziellen Notenbankziel von zwei Prozent. Verantwortlich für den anhaltenden Preisdruck sind vor allem die gestiegenen Energiekosten, die infolge der zugespitzten Lage im Nahen Osten weiter anziehen. Rohöl der Sorte Brent kostete zuletzt rund 108 Dollar je Barrel.
Eine rasche Abkühlung der Inflation zeichnet sich unter diesen Bedingungen nicht ab. Die Notenbank handelt traditionell erst dann, wenn die Amtsträger überzeugt sind, dass das bisherige Zinsniveau zu niedrig angesetzt war. Eine erste Erhöhung gilt Marktteilnehmern daher als Signal für den Entschluss zur Inflationsbekämpfung, auf den weitere Schritte folgen dürften.
Hohe Anleiherenditen und politischer Gegenwind
Parallel dazu spiegelt sich die Erwartungshaltung an den Kapitalmärkten wider. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte im Tagesverlauf bis auf 5,04 Prozent und verharrte zuletzt bei 5,00 Prozent auf dem höchsten Niveau seit 2007. Neben den Inflationserwartungen treiben auch die wachsende Staatsverschuldung der USA und der hohe Finanzierungsbedarf im Technologiesektor die Marktzinsen nach oben.
Erschwert wird der Kurs der Währungshüter durch das Weiße Haus. US-Präsident Donald Trump fordert weiterhin energisch Leitzinssenkungen und verknüpfte dies zuletzt mit Drohungen über Handelsstopps für bestimmte Länder. Warsh hatte allerdings bereits auf der Notenbankkonferenz in Jackson Hole signalisiert, dass die Fed einschreiten werde, sollte die Kerninflation nicht rascher zurückgehen.
Die Bekanntgabe des Zinsentscheids erfolgt am Mittwochabend um 20:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit. In der anschließenden Pressekonferenz um 20:30 Uhr wird Kevin Warsh erstmals darlegen müssen, in welchem Umfang die Notenbank weitere Straffungsschritte für erforderlich hält.
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