Fed stimmt Markt auf Zinserhöhung bis Dezember ein

Das Rätselraten um den Zeitpunkt der durch die US-Notenbank eingeläuteten Zinswende dürfte mit dem heutigen Tage ein großes Stück weniger geworden sein. Denn Notenbank-Chefin Janet Yellen ließ vorab einer Rede vor dem US-Congress veröffentlichen, dass sich die Notenbank weiterhin auf dem Weg zu einer ersten Zinserhöhung noch in diesem Jahr befindet.

 

Federal Reserve Building, Washington DC, USA.Nachdem die US-Wirtschaft im 1. Quartal so schlecht abgeschnitten hatte wie seit einem Jahr nicht mehr, war im Markt immer wieder gerätselt worden, wann die Notenbank die avisierte erste Zinserhöhung denn nun umsetzt. Je durchwachsener die Konjunkturdaten in den letzten Monaten waren, um so mehr verfestigte sich in einem ersten Schritt die Einsicht im Markt, dass es mit dem ursprünglichen Temin Juni oder Juli nichts werden würde.

Das wurde dann auch von den Währungshütern selbst bestätigt, die sich verunsichert zeigten durch die schwankungsanfälligen Wirtschaftsdaten sowie den zunehmenden Risiken im globalen Maßstab, insbesondere mit Blick auf die immer noch ungeklärte Ukraine/Russland- Krise sowie die verschärfte Griechenlandkrise.

 

Fed macht deutlich: Zinserhöhung kommt

Deshalb hatten sich immer mehr Analysten auf einen Termin im September oder Oktober eingeschossen. Doch selbst dieser galt als unsicher. So hatte selbst der IWF vor Monaten empfohlen, dass die Fed in diesem Jahr von einer Zinserhöhung absehen sollte. Entsprechend gespannt war man, was Yellen nun vor dem Finanzdienstleistungs-Ausschuss des US-Repräsentantenhauses zu sagen habe, wo die Fed-Chefs traditionell halbjährlich eine Einschätzung zur Wirtschaft, Finanzsystem und Zinsen abgeben.

Dabei lautet die Aussage relativ klar: „Wenn sich die Volkswirtschaft entwickelt, wie wir das erwarten, dann würden die ökonomischen Rahmenbedingungen wahrscheinlich eine Zinserhöhung irgendwann in diesem Jahr erlauben.“ Das klingt noch immer sehr schwammig, ist aber für eine Fed-Chefin sehr deutlich. Denn es bedeutet:

 

Bei längerem Warten wächst Risiko größerer Zinsschritte

Die Fed steht quasi Gewehr bei Fuß, um die Zinsen anzuheben und wartet nur auf eine Folge von positiven Kennzahlen. Insofern hat sie sich auch gleich Zeit bis Dezember genommen. Und auch faktisch eine Warnung ausgesprochen.

 


source: tradingeconomics.com

 

Denn ihr Grundtenor war: Sollte die Fed gezwungen sein, noch länger auf eine Zinswende warten zu müssen, dann bestünde die Gefahr, dass die Geschwindigkeit der späteren Zinsanhebungen schneller sein könnte. Sprich: Der Markt soll sich lieber mit frühen, dafür aber kleinen Schritten anfreunden als auf weitere Verzögerungen zu hoffen, die dann nur schärfer ausfallen würden.

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