Fermi Aktie: 17 Gigawatt für KI-Campus in Texas
Fermi Inc. treibt milliardenschwere Energieprojekte für KI-Rechenzentren voran, kämpft aber mit hohen Verlusten und fehlenden Einnahmen.

- Null Umsatz im ersten Quartal
- Nettoverlust von 189 Millionen Dollar
- Projekt Matador als zentraler Meilenstein
- Suche nach neuem CEO läuft
Fermi Inc. will die Stromversorgung für KI-Rechenzentren revolutionieren. Das Unternehmen entwickelt private Kraftwerksanlagen speziell für KI-Kunden in den USA. Mit dem Flaggschiff-Projekt Matador in Texas soll ein gigantischer Energie-Campus entstehen – bis zu 17 Gigawatt Kapazität aus Gas, Kernkraft, Solar und Batteriespeichern.
Doch die Bilanz zeigt ein anderes Bild. Im ersten Quartal 2026 verbuchte Fermi einen Nettoverlust von rund 189 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es lediglich 78.000 Dollar. Der Umsatz lag bei null. Die Aktie notiert aktuell bei 5,70 Euro – ein Plus von 7,6 Prozent an diesem Mittwoch. Das 52-Wochen-Hoch von knapp 26 Euro bleibt jedoch in weiter Ferne.
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Fermi 2.0: Vom Startup zum skalierbaren Konzern
Das Management hat die strategische Neuausrichtung unter dem Namen „Fermi 2.0“ eingeläutet. Der Plan: Vom ambitionierten Startup zum börsennotierten Unternehmen mit gigawattgroßen privaten Stromnetzen werden. Die Nachfrage ist da – KI-Systeme brauchen enorme Energiemengen, und die öffentlichen Netze stoßen an ihre Grenzen.
Fermi hat nach eigenen Angaben bereits über zwei Gigawatt an Stromerzeugung gesichert. Rund elf Gigawatt an genehmigten Kapazitäten sind in der Pipeline. Finanziert wird das Vorhaben unter anderem durch eine neue Ausrüstungsfinanzierung von etwa 785 Millionen Dollar.
Projekt Matador als Schlüsselprojekt
Im Zentrum der Strategie steht Projekt Matador in Carson County, Texas. Es handelt sich um einen sogenannten Behind-the-Meter-Campus: Stromerzeugung und Rechenleistung entstehen am selben Standort. Das spart Netzkosten und beschleunigt die Inbetriebnahme.
Noch in diesem Jahr will Fermi erstmals gewerblichen Strom liefern. Dafür muss das Unternehmen jedoch einen verbindlichen Mietvertrag für den Standort abschließen. Parallel sucht Fermi einen neuen Chief Executive Officer. Das sind zwei offene Baustellen, die den Zeitplan beeinflussen könnten.
Finanzielle Realität vs. Vision
Die Finanzkennzahlen sind ernüchternd. Kein Umsatz, hohe Verluste, begrenzte Liquidität. Zum Quartalsende verfügte Fermi über 243 Millionen Dollar an Barmitteln und beschränkten Zahlungsmitteln. Das Management rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem Umsatz von 42,8 Millionen Dollar – ein Sprung im Vergleich zum ersten Quartal. Für 2027 sind sogar über zwei Milliarden Dollar prognostiziert.
Diese Prognosen setzen voraus, dass Projekt Matador wie geplant ans Netz geht und Kunden gefunden werden. Gelingt das, ist der Markt für KI-Infrastruktur riesig. Scheitert der Start, könnte die Liquidität schnell knapp werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Fermi den Schritt vom Konzept zur Realität schafft.
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