Fermi Aktie: Der Mietvertrag wackelt?
Der TensorWave-Mietvertrag ist weiterhin nicht wirksam; Fermi will am 12. November Quartalszahlen und Verhandlungsdetails vorlegen.

- TensorWave-Mietvertrag über 222 MW unwirksam
- Abschlussbedingungen des Vertrags bleiben offen
- Beide Verwaltungsratskandidaten verfehlten die erforderliche Mehrheit
- Quartalszahlen für den 12. November angekündigt
Bei Fermi entscheidet für mich die Verbindlichkeit der nächsten Fortschritte über die Anlageperspektive. Das Unternehmen muss einen noch unwirksamen Mietvertrag zum Abschluss bringen und zugleich mit unterschiedlichen Abstimmungssignalen seiner Aktionäre umgehen.
Die angekündigte Telefonkonferenz am 12. November bietet dafür einen konkreten Prüfstein: Entscheidend werden belastbare Aussagen zu den offenen Vertragsbedingungen sein. Daran sollte sich die Bewertung der nächsten Unternehmensmeldung orientieren.
Vertraglicher Fortschritt hat Vorrang
Beim TensorWave-Vertrag wurde vor gut einer Woche deutlich, wie groß der Unterschied zwischen Vereinbarung und Wirksamkeit sein kann. Der Mietvertrag über eine Rechenzentrumsleistung von 222 MW war nach Ablauf der Abschlussfrist weiterhin nicht wirksam. Abschlussbedingungen blieben offen.
Fermi erklärte am Dienstag, beide Parteien arbeiteten weiter auf den Abschluss hin. Keine Seite hatte ihr Kündigungsrecht ausgeübt. Das spricht für eine fortbestehende Chance auf eine Einigung, sofern die offenen Voraussetzungen tatsächlich erfüllt werden. Für eine positivere Einschätzung reicht mir deshalb die Aussicht auf weitere Gespräche erst dann, wenn daraus nachprüfbare Fortschritte entstehen.
Die Unterscheidung ist für Anleger wesentlich. Verhandlungen lassen Spielraum für unterschiedliche Ergebnisse; ein wirksamer Vertrag würde diesen Spielraum an einem zentralen Punkt verengen. Deshalb verdient der jeweilige Vertragsstatus mehr Gewicht als die bloße Bekräftigung des gemeinsamen Abschlusswillens. Genau an diesem Maßstab sollten sich auch optimistische Interpretationen messen lassen.
Fermi hatte angekündigt, die Verhandlungen in der Telefonkonferenz zu erläutern. Für mich wäre eine konkrete Darstellung der noch ausstehenden Schritte besonders wertvoll. Sie könnte Anlegern helfen, die verbleibenden Hürden einzuschätzen. Eine belastbare Einordnung braucht dabei sowohl den erreichten Stand als auch die Bedingungen für den nächsten Fortschritt.
Die Abstimmung verlangt genaue Einordnung
Zusätzlich lohnt der Blick auf die Hauptversammlung vom 30. Oktober. Nach der Pflichtmitteilung erreichte keiner der beiden Kandidaten für die Verwaltungsratsmandate der Klasse I die erforderliche Mehrheit der ausstehenden und stimmberechtigten Aktien. Beide erhielten allerdings eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen.
Darin liegt für mich eine wichtige Einschränkung jeder pauschalen Bewertung: Unter den tatsächlich abgegebenen Stimmen fanden beide Kandidaten mehrheitlich Unterstützung. Gemessen an der für die Wahl erforderlichen Aktienbasis reichte das Ergebnis jedoch nicht aus. Wer die Rückendeckung der Aktionäre beurteilen will, muss beide Ebenen berücksichtigen.
Für das Unternehmen spricht die Zustimmung der abstimmenden Mehrheit, sofern man sie auf genau diesen Kreis begrenzt. Gegen eine uneingeschränkt positive Bewertung spricht das Verfehlen der erforderlichen Schwelle. Die praktische Konsequenz für Anleger ist ein höherer Anspruch an die Nachvollziehbarkeit der Unternehmenskommunikation. Gerade bei einem wichtigen ausstehenden Vertragsabschluss gewinnt diese Qualität an Bedeutung.
Der nächste Termin braucht Substanz
Am 12. November will Fermi die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 veröffentlichen und eine Telefonkonferenz abhalten. Dieser Termin verbindet damit die angekündigte Finanzberichterstattung mit der Aussicht auf Erläuterungen zum TensorWave-Vertrag. Für meine Einschätzung kommt es darauf an, wie konkret das Unternehmen den Stand der Verhandlungen beschreibt.
Die Quartalszahlen und die Aussagen zum Vertrag sollten dabei jeweils für sich überzeugen. Finanzielle Ergebnisse liefern einen anderen Prüfmaßstab als der Fortschritt bei offenen Abschlussbedingungen. Eine positive Gesamtbewertung wäre für mich dann tragfähiger, wenn Fermi in beiden Bereichen nachvollziehbare Orientierung gibt.
Unterm Strich überwiegt für mich die Vorsicht, solange wesentliche Vertragsbedingungen offenbleiben. Die fortgesetzten Gespräche halten eine positive Entwicklung möglich. Eine überzeugendere Anlagegeschichte entsteht aber erst mit verbindlichen Fortschritten und einer Kommunikation, die deren Bedeutung präzise erklärt. Daran muss sich Fermi beim nächsten Auftritt messen lassen.
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