Fermi Aktie: Drei Siemens-Turbinen für Project Matador
Fermi sichert sich 431 Millionen Dollar, doch Governance-Streitigkeiten und gesenkte Kursziele drücken die Aktie auf 5,30 Euro.

- Wandelanleihe über 431 Mio. Dollar platziert
- Governance-Konflikt im Aufsichtsrat gemeldet
- Mizuho senkt Kursziel auf 11 Dollar
- Quartalszahlen für 13. August angekündigt
Das Infrastrukturunternehmen Fermi hat eine umfangreiche Finanzierungsrunde abgeschlossen und bereitet sich auf den Übergang in den kommerziellen Betrieb vor. Während das Unternehmen frisches Kapital für seine ehrgeizigen Energieprojekte in den USA sichert, rücken Berichte über interne Unstimmigkeiten im Management und im Aufsichtsrat in den Fokus der Anleger. Die Kursentwicklung spiegelt die aktuelle Unsicherheit wider: Die Aktie notiert heute bei 5,30 € und verzeichnet damit einen Tagesverlust von 2,75 %.
Finanzierung unter kritischen Vorzeichen
Am Freitag der Vorwoche schloss Fermi die Platzierung einer privaten Wandelanleihe erfolgreich ab. Das Gesamtvolumen belief sich am Ende auf 431,25 Millionen US-Dollar, nachdem die Konsortialbanken ihre Option auf zusätzliche Papiere vollständig ausgeübt hatten. Die bis zum Jahr 2031 laufenden Schuldverschreibungen sind mit einem Zinssatz von 5,00 % ausgestattet. Mit diesem Kapital will das Unternehmen den Ausbau seiner Energieinfrastruktur für KI-Anwendungen vorantreiben.
Trotz des finanziellen Erfolgs begleiten Misstöne die Kapitalmaßnahme. Medienberichten zufolge gibt es innerhalb der Führungsebene gravierende Vorwürfe bezüglich der Corporate Governance. Demnach sollen einzelne Mitglieder des Aufsichtsrats nicht vorab über die Details des Basisgeschäfts in Höhe von 375 Millionen US-Dollar informiert worden sein. Diese Nachricht folgt auf den Rücktritt von Direktor Miles Everson am 10. Juli. Everson begründete sein Ausscheiden mit Differenzen über den Zugang zu Unternehmensunterlagen und die Vergabe der Finanzierungsaufsicht an einen speziellen Ausschuss.
Operative Meilensteine und Analysteneinschätzung
Parallel zu den personellen Verwerfungen vermeldet das Unternehmen Fortschritte bei seinem Großprojekt „Project Matador“ in Texas. Am 26. Juli bestätigte Fermi die Ankunft von drei Erdgasturbinen von Siemens Energy auf dem Gelände. Diese Lieferung markiert einen wichtigen Schritt für das geplante 17-Gigawatt-Kraftwerksprojekt, das Fermi America im Rahmen seiner Neuausrichtung auf industrielle Stromversorgung betreibt.
Die Analysten bewerten die Lage derweil vorsichtiger als in der Vergangenheit. Am 28. Juli senkte Vikram Malhotra, Analyst bei Mizuho, das Kursziel für die Aktie drastisch von 27,00 auf 11,00 US-Dollar. Er begründete diesen Schritt mit Verzögerungen bei der Unterzeichnung neuer Mietverträge und gestiegenen Investitionskosten für schlüsselfertige Anlagen. Die Einstufung beließ er jedoch auf „Outperform“. Seit Jahresbeginn hat der Titel bereits 17,96 % an Wert verloren und bewegt sich derzeit mit einem Abstand von 38,25 % deutlich unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.
Ausblick auf die Quartalszahlen
Für zusätzliche Klarheit könnten die kommenden Geschäftszahlen sorgen. Fermi hat die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 für den nächsten Donnerstag, den 13. August, angekündigt. Anleger warten insbesondere auf Details zur kommerziellen Strategie und zur Stabilisierung der Führungsebene, nachdem der ehemalige CEO Toby Neugebauer seine Kampagne zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung am 7. Juli mangels ausreichender Unterstützung unter den Aktionären eingestellt hatte.
Das Unternehmen befindet sich in einer kritischen Phase des Übergangs. Während die operative Hardware für die Energieprojekte eintrifft, muss die Konzernführung beweisen, dass sie die internen Governance-Fragen lösen und die hohen Kapitalausgaben in nachhaltige Erträge ummünzen kann. Die anstehende Konferenzschaltung am Donnerstagmorgen wird zeigen, ob das Management das Vertrauen des Marktes zurückgewinnen kann.
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