Fermi Aktie: Neugebauer drängt erneut auf einen Verkauf

Die Baufinanzierung für den TensorWave-Vertrag ist offen; Fermi legt am 12. November Quartalszahlen vor.

Die Kernpunkte:
  • Neugebauer erneuert Verkaufsforderung
  • TensorWave-Vertrag wartet auf Baufinanzierung
  • Perry und Stein bleiben vorerst im Amt
  • Quartalszahlen für den 12. November angekündigt

Toby Neugebauer will Fermi auf einen Verkaufskurs bringen und zugleich einen Mieterabschluss erreichen. Der Mitgründer und größte Aktionär erneuerte diese Forderung gestern öffentlich. Für mich liegt darin die entscheidende Anlegerfrage: Wie lässt sich ein Rechenzentrumsprojekt voranbringen, während über die Zukunft des Unternehmens gestritten wird?

Neugebauers Vorstoß verbindet zwei Aufgaben, die jeweils Unterstützung verlangen: einen möglichen Unternehmensverkauf und die Umsetzung des Projekts. Seine Vorschläge sind die Position eines Großaktionärs. Über ihre Überzeugungskraft entscheidet deshalb vor allem, ob sie einen tragfähigen Weg für Fermi eröffnen.

Verkauf als strategische Alternative

Neugebauer kritisierte gestern den Verwaltungsrat wegen dessen Umgangs mit dem TensorWave-Mietvertrag. Außerdem widersprach er der Darstellung der jüngsten Aktionärsabstimmung. Seine Forderung nach einem Verkauf erhält damit eine strategische und eine unternehmenspolitische Dimension.

Aus Anlegersicht verdient die Verkaufsidee Aufmerksamkeit, sofern sie die offenen Projektfragen einer Lösung näherbringt. Ein Eigentümerwechsel wäre als Perspektive vor allem dann überzeugend, wenn sich damit auch die Voraussetzungen für den Mieterabschluss verbessern ließen. Genau daran muss sich Neugebauers Vorschlag messen lassen.

Der Streit über die Besetzung des Verwaltungsrats macht diese Aufgabe anspruchsvoll. Nach den am Mittwoch eingereichten Ergebnissen der Hauptversammlung erhielten Rick Perry und Jeffrey S. Stein jeweils die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Die erforderliche Mehrheit aller ausstehenden Aktien erreichten beide jedoch nicht. Sie bleiben bis zur Bestimmung ihrer Nachfolger im Amt.

Damit besitzt Fermi personelle Kontinuität, während die Zustimmung zu dieser Führung umstritten ist. Hinzu kommt eine konkrete Differenz über Stimmverpflichtungen: Mit Neugebauer verbundene Gesellschaften bestreiten Fermis Auffassung, sie hätten aufgrund einer Vereinbarung über Verwaltungsratsnominierungen für Perry stimmen müssen.

Ein Vertrag braucht finanzielle Voraussetzungen

Der bereits diskutierte TensorWave-Mietvertrag zeigt, weshalb die Finanzierungsfrage die strategische Debatte prägt. Fermi teilte am Dienstag mit, dass Voraussetzungen für dessen Wirksamwerden weiterhin unerfüllt seien. Dazu gehört die Baufinanzierung auf Projektebene.

Für Fermi spricht die fortbestehende Bindung der Parteien, solange beide an der Umsetzung arbeiten: Nach Unternehmensangaben hatte keine Seite ihre Kündigungsrechte ausgeübt. Beide hielten an der Vereinbarung fest. Der nächste belastbare Fortschritt wäre deshalb die Erfüllung der offenen Bedingungen.

Hier berührt Fermi eine größere Strukturfrage des Rechenzentrumsausbaus: Wie werden aus Projektplänen finanzierbare und vor Ort akzeptierte Vorhaben? Le Monde berichtete am 29. Oktober über Widerstand im Raum Amarillo. Dabei ging es um Wasserverbrauch und die begrenzte Einbindung der Bevölkerung in Project Matador.

Diese lokale Perspektive gehört für mich zur wirtschaftlichen Bewertung. Ein Projekt muss nicht nur Kapitalgeber und Mieter überzeugen. Auch die Interessen seines Umfelds verdienen Gewicht, wenn seine Umsetzung tragfähig werden soll.

Der nächste Prüfstein steht fest

Fermi hat für den 12. November die Veröffentlichung der Ergebnisse des dritten Quartals 2026 samt Telefonkonferenz angekündigt. Dieser Termin bietet den nächsten angekündigten Rahmen für die Darstellung der Geschäftslage.

Meine Gewichtung ist klar: Neugebauers Verkaufsforderung gewinnt an Substanz, sofern sie einen umsetzbaren Weg für das Projekt eröffnet. Für die Unternehmensführung spricht wiederum jeder konkrete Fortschritt bei den Vertragsbedingungen. An diesen Ergebnissen sollte sich die Auseinandersetzung messen lassen — ebenso wie die Bewertung der Aktie.

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