Ferrari Aktie: Acht Prozent Minus nach Luce-Enthüllung
Ferrari präsentiert mit dem Luce das erste E-Auto, was zu Kursverlusten und Kritik an der Markenstrategie führt.

- Erster E-Ferrari Luce enthüllt
- Börse reagiert mit Kursrutsch
- Kritik von Ex-Chef Montezemolo
- Analysten bleiben zuversichtlich
Ferrari wagt den radikalen Bruch. Mit dem „Luce“ stellt die Kultmarke ihr erstes reines Elektroauto vor. Das spaltet die Fangemeinde und den Kapitalmarkt gleichermaßen.
Der viertürige Grand Tourer Luce markiert eine Zäsur. Ein 122-kWh-Akku liefert über 1.000 PS. In nur 2,5 Sekunden erreicht der Wagen Tempo 100.
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Die Börse reagierte dennoch unterkühlt. In Mailand sackte der Kurs nach der Vorstellung zeitweise um acht Prozent ab. In den USA verlor das Papier rund fünf Prozent an Wert.
Nach dem ersten Ausverkauf erholte sich der Kurs in Mailand am 27. Mai wieder leicht um 0,9 Prozent. Marktbeobachter führen die Volatilität auf die Unsicherheit über die Neuausrichtung der Marke zurück.
Kritik aus den eigenen Reihen
Besonders schwer wiegt die Kritik von Luca di Montezemolo. Der langjährige Chef sieht die Markenidentität in Gefahr. Er kritisierte die Abkehr von den traditionellen Werten des Sportwagenbauers deutlich.
Jefferies-Analysten halten dagegen. Die Experten bestätigen ihr Kaufvotum mit einem Kursziel von 350 Euro. Sie setzen auf die zahlungskräftige Kundschaft, die exklusive Erlebnisse sucht.
Fokus auf Exklusivität
Parallel dazu bleibt Ferrari seinen Wurzeln treu. Im Herbst 2026 startet eine Hochleistungsversion des Purosangue-SUV mit V12-Saugmotor. Das Management will so die Exklusivität wahren.
Dafür setzt Maranello auf höhere Preise statt auf mehr Volumen. Im Jahr 2025 lieferte Ferrari rund 14.000 Fahrzeuge aus. Die Produktion soll trotz neuer Modelle auf diesem Niveau bleiben.
Ferrari plant die Markteinführung des Luce in Europa für Oktober 2026. Die USA folgen im zweiten Quartal 2027. Aktuell notiert die Aktie bei 286,45 Euro.
Damit summiert sich das Minus seit Jahresbeginn auf fast zehn Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von über 440 Euro bleibt vorerst in weiter Ferne.
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