Ferrari Aktie: Luce schon für 2027 ausverkauft
Höhere Preise und ein vorteilhafter Modellmix stützen Ferraris Quartalsergebnis; die Bestellungen reichen bis 2028.

- Gewinn je Aktie über Analystenschätzungen
- Individualisierungen übertreffen das Jahresziel
- Luce-Bestellungen decken das Jahr 2027
- Deutsche Bank erhöht Kursziel leicht
Ferrari liefert im dritten Quartal ein Ergebnis, das die Erwartungen klar übertrifft. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,78 Dollar, Analysten hatten mit 2,32 Dollar gerechnet. Der Umsatz erreichte 2,15 Milliarden Dollar, erwartet waren 1,90 Milliarden.
Mix und Preismacht tragen die Zahlen
Treiber waren laut Management Preise, Modellmix und Personalisierung, nicht Einmaleffekte. Individualisierungen machten über 21 Prozent der Erlöse aus Fahrzeugen und Ersatzteilen aus und übertrafen damit das Jahresziel von 20 Prozent. Die Sonderserien stellten 22 Prozent der Auslieferungen, im ersten Halbjahr waren es noch 13 Prozent.
Das operative Ergebnis (EBIT) lag über 560 Millionen Euro. Der industrielle Free Cashflow übertraf 565 Millionen Euro, die Nettoliquidität betrug 219 Millionen Euro, und das trotz Aktienrückkäufen.
Der Umsatz wuchs währungsbereinigt um 10 Prozent, berichtet um 7 Prozent. Der schwächere Dollar und Yen kosteten rund drei Prozentpunkte. Währungsannahmen und Absicherungen halfen dennoch bei der erneuten Prognoseanhebung.
Auftragsbuch reicht bis 2028
Die Nachfrage-Sichtbarkeit ist ungewöhnlich hoch. Das vollelektrische Modell Luce ist für 2027 bereits komplett vergeben, die Bestellbücher reichen bis in das Jahr 2028. Zudem sollen zwei neue Modelle die Nachfolge von 296 GTB und GTS antreten. Das Management betont, die Annahmen des Kapitalmarkttags seien weiter intakt.
Die Deutsche Bank hebt das Kursziel von 460 auf 465 Euro und bleibt bei „Buy“. Analyst Nicolai Kempf verweist darauf, dass Ferrari mehr Ergebnisstabilität und Planbarkeit zeige als andere Luxusautowerte. Berenberg bestätigt „Buy“ mit einem Ziel von 384 Euro. Die Anhebung der Jahresprognose falle moderat aus, die neuen Ziele lägen weitgehend im Rahmen der Konsensschätzungen. Die Spanne der Kursziele ist damit beträchtlich.
Bewertung bleibt ambitioniert
Die Aktie schloss zuletzt bei rund 415 Dollar und notiert damit knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 437,15 Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Schätzungen liegt bei etwa 40. Ein Fair-Value-Modell sieht den Titel deutlich überbewertet.
Offen bleibt der Blick über das vierte Quartal hinaus. Zum Tempo der F80-Auslieferungen und zum Mix 2027 äußerte sich der Finanzchef nicht. Hinzu kommen steigende Abschreibungen durch neue Modelle, die auf die Marge drücken dürften. Der nächste Test folgt am 4. Februar 2027 mit den Zahlen zum Schlussquartal. Dann soll auch der Ausblick auf 2027 kommen.
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