Ferratum dürfte künftig auf Wachstumskurs bleiben

Die Vergabe von kleinen Verbraucherkrediten und Darlehen für Unternehmen ist das Kerngeschäft von Ferratum. Außerdem betreibt die finnische Gesellschaft eine Mobile Bank und profitiert deshalb vom Trend zum mobilen Banking. Aus Anlegersicht ebenfalls interessant: Auf der Agenda des Managements stehen der Ausbau der geographischen Präsenz und die Erweiterung des Produktportfolios.

© Ferratum
© Ferratum

Jorma Jokela gründete die Gesellschaft 2015 in Helsinki. Dieses Unternehmen glänzt seither in der europäischen Fintech-Branche mit einem bewährten Geschäftsmodell: Ferratum hat sich auf die Vergabe von kleinen Konsumentenkrediten (25 bis 3.000 Euro) und Darlehen von bis zu 100.000 Euro für Unternehmen spezialisiert.

Solche Kredite können bei Ferratum online per Smartphone oder am PC beantragt werden. Der Kreditnehmer kann zwischen einer Überweisung des Darlehensbetrages innerhalb von 15 Tagen oder einer Express-Überweisung innerhalb von 24 Stunden wählen, für die jedoch sehr hohe Gebühren anfallen. Derzeit bietet das finnische Unternehmen die Kredite in 23 Ländern an. Mittelfristig will das Management die geographische Präsenz auf 30 Nationen ausbauen. Parallel dazu soll das Produktportfolio erweitert werden.

Kontoeröffnung dauert nur wenige Minuten

Ferratum betreibt in Deutschland, Schweden und Norwegen eine Mobile Bank, deren Kunden ein Komplettpaket nutzen können, das ein Tagesgeld- und Girokonto, Konsumentenkredite, Fremdwährungskonten und weitere Mobile-Banking-Dienstleistungen umfasst. Erfreulicherweise dauert eine Kontoeröffnung nur wenige Minuten.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Expertenschätzungen zufolge 2020 weltweit 6,1 Milliarden Smartphones in Betrieb sein werden – 3,5 Milliarden mehr als 2014. Außerdem nimmt die Anzahl der Menschen, die Mobile-Banking-Dienstleistungen nutzen, kontinuierlich zu. Von diesem Trend profitiert Ferratum enorm.

Ferratum verfügt über eine EU-Bankenlizenz

Einen Teil des Kreditgeschäfts kann der Finanzdienstleister mit Kundeneinlagen refinanzieren. Am 30. September 2016 betrug das Gesamtvolumen dieser Einlagen 89 Millionen Euro. Weil das Fintech-Unternehmen über eine EU-Bankenlizenz verfügt, sind pro Kunde Einlagen von bis zu 100.000 Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.

Planzahlen liegen unter den Erwartungen der Marktteilnehmer

Am 6. Februar 2015 wurde die Aktie erstmals an den deutschen Wertpapierbörsen gehandelt. Der erste festgestellte Kurs lag bei 17,50 Euro und somit 0,50 Euro über dem Ausgabepreis von 17,00 Euro je Anteilschein. Ende Dezember 2015 erreichte der Kurs ein Allzeithoch bei 30,15 Euro. Seither befindet sich der Aktienkurs auf Talfahrt – zuletzt notierte der SDAX-Titel bei 14,24 Euro (Stand: 24.11.2016).

Deutlich abgestürzt ist der Kurs, nachdem Ferratum am 6. September 2016 die Planzahlen für die Geschäftsjahre 2016 und 2017 veröffentlicht hat, die unter den Erwartungen der Marktteilnehmer liegen. Das Management geht davon aus, dass man 2016 mit einem Umsatz zwischen 150 und 160 Millionen Euro abschließen wird. Im kommenden Jahr soll der Umsatz auf 200 bis 225 Millionen Euro steigen. In beiden Jahren will das Fintech-Unternehmen eine EBIT-Marge zwischen 13 und 16 Prozent erzielen.

Nur risikofreudige Anleger sollten einsteigen

Analysten erwarten bei Ferratum im nächsten Jahr einen Anstieg des Gewinns je Aktie von 0,66 auf 1,12 Euro. Das 2017er-KGV beträgt also 12,7. Dies ist eine attraktive Bewertung für ein innovationsstarkes Wachstumsunternehmen.

Unabhängig davon sollte man bedenken, dass die charttechnisch angeschlagene Ferratum-Aktie wahrscheinlich im Dezember vom Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse aus dem SDAX entfernt wird. Daher sollten nur risikofreudige Anleger einen kleinen Betrag in Anteilscheine von Ferratum investieren.

ferratum-25-11-16

%d Bloggern gefällt das: