Ferrexpo Aktie: 100-Millionen-Cash-Problem bis August

Ferrexpo kämpft mit ausgesetztem Aktienhandel, fehlendem Jahresbericht und dringendem Kapitalbedarf von mindestens 100 Millionen Dollar.

Die Kernpunkte:
  • Aktienhandel in London pausiert
  • Jahresbericht 2025 noch nicht veröffentlicht
  • Mindestens 100 Millionen Dollar Kapital nötig
  • Rückzug eines langjährigen Direktors

Ferrexpo steckt in einer engen Lage. Die Aktien bleiben in London ausgesetzt, der Jahresbericht fehlt und der Konzern braucht frisches Kapital. Nun kommt auch noch Bewegung in den Verwaltungsrat.

Vitalii Lisovenko tritt bei der nächsten Hauptversammlung nicht mehr zur Wiederwahl an. Der unabhängige Non-Executive Director gehört dem Gremium seit mehr als neun Jahren an. Sein Rückzug wird mit dem Ende der Versammlung im Juni 2026 wirksam.

Hauptversammlung mit schmaler Agenda

Die Hauptversammlung fällt dieses Mal deutlich abgespeckt aus. Ferrexpo kann die geprüften Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 noch nicht vorlegen. Die Frist dafür lief am 30. April 2026 ab.

Deshalb bleibt die Tagesordnung auf Routinepunkte beschränkt. Dazu zählen die Wiederwahl bestehender Direktoren und die Erneuerung der Ermächtigung für Aktienrückkäufe. Über zentrale Finanzthemen stimmt Ferrexpo erst später ab.

Das betrifft vor allem den Jahresbericht und die erneute Bestellung der Prüfer. Diese Punkte sollen auf eine separate Versammlung kommen, sobald der Prüfprozess abgeschlossen ist.

Kapitalbedarf drückt auf den Zeitplan

Der Engpass hängt eng mit der geplanten Kapitalaufnahme zusammen. Ferrexpo will mindestens 100 Millionen Dollar einwerben. Das Management sieht den Abschluss eines Bookbuildings als nötig an, um die Zahlen auf Basis der Fortführungsannahme fertigzustellen.

Mitte April 2026 lag die frei verfügbare Nettoliquidität bei rund 17 Millionen Dollar. Ohne neue Mittel reicht der finanzielle Spielraum nach Einschätzung des Unternehmens nur bis etwa Ende August 2026.

Das ist der Kern des Problems. Ferrexpo braucht nicht nur geprüfte Zahlen für die Börse. Der Eisenerzproduzent braucht auch Geld, um den Betrieb verlässlich weiterzuführen.

Betrieb bleibt unter Druck

Die Lage in der Ukraine verschärft die operative Unsicherheit. Neue Angriffe auf die Energieinfrastruktur führten zuletzt zu einem zeitweisen Stopp im Bergbau. Ein Teil der Belegschaft musste in Kurzarbeit.

Die Anlagen selbst blieben nach Unternehmensangaben unbeschädigt. Die instabile Stromversorgung begrenzt aber weiter die Produktionskapazität. Für einen Rohstoffkonzern ist das ein direkter Hebel auf Cashflow und Planungssicherheit.

Der Handel mit Ferrexpo-Aktien ist seit Anfang Mai 2026 auf Wunsch des Unternehmens ausgesetzt. Der letzte Referenzkurs lag bei 28,58 Pence. Im April hatte der Titel bereits 22,34 Prozent verloren.

Eine Wiederaufnahme des Handels hängt nun an zwei Punkten: Ferrexpo muss den Jahresbericht 2025 veröffentlichen und die Liquidität stabilisieren. Beim geplanten Eigenkapitaldeal über mindestens 100 Millionen Dollar gibt es bislang keine Sicherheit zu Zeitpunkt oder Erfolg.

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