Ferrexpo Aktie: 100 Millionen Dollar für Rettung nötig
Ferrexpo droht die Zahlungsunfähigkeit, da Wirtschaftsprüfer den Jahresabschluss nicht abzeichnen und die Börsennotierung ruht.

- Prüfer verweigern Testat für 2025
- Bargeldbestand schmilzt auf 22 Millionen
- Produktion bricht um 72 Prozent ein
- Kapitalerhöhung von 100 Millionen nötig
Ende Juni läuft für Ferrexpo die Zeit ab. Der Eisenerzproduzent verbrennt seine letzten Barreserven. Parallel dazu blockiert ein fehlendes Testat der Wirtschaftsprüfer die Rückkehr an die Börse. Ein dringend benötigtes Kapitalpaket liegt auf Eis.
Prüfer verweigern die Unterschrift
Ende Juni hält das Unternehmen seine Hauptversammlung ab. Die Tagesordnung umfasst nur Routinethemen. Das langjährige Vorstandsmitglied Vitalii Lisovenko geht in den Ruhestand. Der entscheidende Punkt fehlt auf der Agenda. Die unabhängigen Prüfer weigern sich, den Jahresabschluss 2025 abzuzeichnen. Sie sehen erhebliche Risiken für den Fortbestand des Unternehmens. Die Folge: Der Handel mit der Aktie ruht bereits seit Anfang Mai.
Finanziell bewegt sich Ferrexpo auf einem extrem schmalen Grat. Ende des ersten Quartals meldete der Konzern lediglich 22 Millionen US-Dollar an frei verfügbaren Mitteln. Das Management rechnete damit, dass dieses Geld nur bis Ende Juni reicht. Der Verkauf des Frachtschiffs „Iron Destiny“ brachte kürzlich 7,7 Millionen US-Dollar ein. Das verschafft dem Unternehmen etwas Luft bis in den Spätsommer.
Operativ läuft kaum noch etwas. Die Produktion in den ukrainischen Werken brach im ersten Quartal um 72 Prozent ein. Zerstörte Energieinfrastruktur zwingt das Unternehmen zu massiven Einschnitten. Aktuell arbeitet nur eine von vier Pelletieranlagen.
Blockierte Gelder und Insolvenzverfahren
Zwei weitere Baustellen in der Ukraine belasten die Bilanz schwer:
- Der ukrainische Staat hält Mehrwertsteuer-Rückerstattungen von 90,3 Millionen US-Dollar zurück. Ferrexpo macht dafür Sanktionen gegen seinen Hauptaktionär verantwortlich.
- Die wichtigste operative Tochtergesellschaft steckt in einem Insolvenzverfahren. Hintergrund ist eine umstrittene Bürgschaftsforderung über 113 Millionen US-Dollar.
An der Börse spiegelt sich die dramatische Lage in extremen Kennzahlen wider. Die Aktie notiert eingefroren bei 0,32 Euro. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität erreicht gewaltige 126 Prozent. Ein RSI-Wert von 28 signalisiert eine massive Überverkauf-Situation.
Das Management sieht nur einen Ausweg. Eine Kapitalerhöhung über 100 Millionen US-Dollar soll das Überleben sichern. Diese Rettungsaktion erfordert zwingend einen geprüften Jahresabschluss. Ohne frisches Geld gibt es kein Testat, und ohne Testat gibt es kein frisches Geld. Dieser Teufelskreis muss bis zum Spätsommer durchbrochen werden.
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