Ferrexpo Aktie: 100 Millionen Dollar Kapitalbedarf

Der ukrainische Eisenerzproduzent Ferrexpo benötigt dringend 100 Millionen Dollar, um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden und den Betrieb zu sichern.

Die Kernpunkte:
  • Dringender Kapitalbedarf von 100 Millionen Dollar
  • Blockierte Mehrwertsteuer-Rückzahlungen aus Kiew
  • Aktienhandel in London offiziell ausgesetzt
  • Entscheidende Gerichtsanhörung zur Tochtergesellschaft

Ferrexpo kämpft gegen die Zahlungsunfähigkeit. Der ukrainische Eisenerzproduzent braucht dringend mindestens 100 Millionen Dollar frisches Kapital. Ohne diese Finanzspritze droht dem Konzern der operative Stillstand.

Der Liquiditäts-Engpass

Der Grund für die Misere liegt primär in Kiew. Die ukrainischen Behörden halten Mehrwertsteuer-Erstattungen in Höhe von rund 90 Millionen Dollar zurück. Seit Anfang 2025 fließen diese Gelder kaum noch an das Unternehmen.

Die Reserven schmelzen massiv dahin. Ende Juni 2026 verfügte Ferrexpo nur noch über 27 Millionen Dollar an liquiden Mitteln. Ende 2025 waren es noch 47 Millionen Dollar.

Parallel dazu verkaufte die Gruppe das Transportschiff „Iron Destiny“. Der Nettoerlös von 7,7 Millionen Dollar bringt jedoch nur eine kurze Atempause. Die Produktion läuft ohnehin auf Sparflamme. Wegen logistischer Hürden und Energierisiken ist nur eine von vier Pellet-Linien in Betrieb.

Stillstand an der Londoner Börse

Anleger können derzeit nicht regulär handeln. Die Aktien von Ferrexpo sind an der London Stock Exchange offiziell vom Handel ausgesetzt. Die Finanzaufsicht FCA verlangt erst die geprüften Bilanzen für das Geschäftsjahr 2025.

Allerdings blockiert ein Rechtsstreit die Prüfung. Ein Insolvenzverfahren gegen die wichtigste ukrainische Tochtergesellschaft Poltava Mining (FPM) erschwert die Arbeit der Auditoren.

Im außerbörslichen Handel zeigt sich die Nervosität deutlich. Die Kurse fielen zuletzt um mehr als sechs Prozent auf rund 65 Pence. Investoren bewerten die Risiken der drohenden Pleite einer Kernsparte nun neu.

Das Überleben hängt an zwei Faktoren. Zuerst müssen Vorstand und Aktionäre der geplanten Kapitalerhöhung über 100 Millionen Dollar zustimmen. Parallel dazu blickt der Markt auf ein bevorstehendes Gerichtsurteil. In den kommenden Tagen steht eine entscheidende Anhörung zum Insolvenzantrag der Tochter FPM an. Davon hängt ab, wann die Bilanzprüfung endet und der Handel in London wieder starten kann.

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