Ferrexpo Aktie: 100 Millionen Dollar klemmen fest
Der Eisenerzförderer benötigt dringend 100 Millionen Dollar Eigenkapital, sonst droht bis August die Zahlungsunfähigkeit.

- Aktienhandel seit Anfang Mai ausgesetzt
- Kapitalerhöhung von 100 Mio. Dollar geplant
- Produktion auf ein Viertel der Kapazität gefallen
- Liquidität reicht nur noch bis August
Ferrexpo geht mit blockierter Aktie in die letzte Maiwoche. Der Eisenerzförderer braucht frisches Eigenkapital, sonst endet der finanzielle Spielraum im August. Ausgerechnet diese Kapitalerhöhung hängt fest. Damit bleibt auch der Jahresabschluss offen.
Warum der Handel ruht
Die britische Finanzaufsicht FCA setzte den Handel auf Antrag des Unternehmens ab dem 1. Mai aus. Der letzte Kurs lag bei 28,58 Pence, die Börsenbewertung bei rund 168 Millionen Pfund.
Auslöser ist der verspätete testierte Jahresabschluss für 2025. Ferrexpo kann den Bericht erst veröffentlichen, wenn eine tragfähige Finanzierung steht. Ein Termin für die Wiederaufnahme des Handels steht daher nicht fest.
Die Kapitalerhöhung klemmt
Im Zentrum steht eine geplante Kapitalerhöhung von mindestens 100 Millionen Dollar. Ferrexpo sieht frisches Eigenkapital als schnellsten Weg, um Betriebskapital und kurzfristige Verpflichtungen zu sichern. Das Geld soll den laufenden Betrieb über 18 Monate stützen.
Interesse gibt es, aber nicht zu passenden Bedingungen. Institutionelle Investoren signalisierten unverbindlich Nachfrage von mehr als 100 Millionen Dollar. Die Bedingungen für ihre Teilnahme lassen sich jedoch nicht im nötigen Zeitfenster erfüllen.
Fevamotinico spielt dabei eine Schlüsselrolle. Der größte Aktionär hält 49,3 Prozent und unterstützt die Kapitalerhöhung grundsätzlich. Seine Zustimmung gilt, falls er anteilig teilnehmen kann und das Volumen 100 Millionen Dollar nicht übersteigt.
Ukraine-Druck trifft die Produktion
Der Druck kommt nicht nur aus der Bilanz. Der Krieg in der Ukraine belastet Energieversorgung und Logistik. Hinzu kommt der Stopp von Mehrwertsteuererstattungen durch ukrainische Steuerbehörden. Dadurch stehen netto 90,3 Millionen Dollar an Erstattungsforderungen in der Bilanz, Stand 31. März 2026.
Das Management fährt die Produktion massiv zurück. Ferrexpo arbeitet nur noch mit einem Viertel der vollen Pellet-Kapazität. Teile der Belegschaft in der Ukraine sind beurlaubt oder arbeiten kürzer. Investitionen, Wartung und nicht nötige Ausgaben wurden verschoben.
Im ersten Quartal sank die Produktion um 45 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 72 Prozent im Jahresvergleich. Nach Angriffen auf Energieanlagen musste Ferrexpo zeitweise stoppen. Aktuell läuft nur noch eine von vier Produktionslinien.
Liquidität reicht nur bis August
Ohne Erlös aus der Kapitalerhöhung oder andere Gegenmaßnahmen reichen die frei verfügbaren Mittel nur bis etwa Ende August 2026. Diese Einschätzung hängt an mehreren Faktoren. Eisenerzpreise, Energiekosten und operative Bedingungen können die Lage schnell ändern.
Scheitert die Finanzierung, droht bis Ende August eine Liquiditätslücke. Ferrexpo verweist selbst auf ein mögliches Insolvenzrisiko und den Verlust von Aktionärswert. Das ist der Kern des Falls: Der Konzern braucht Geld, kann die Aktie aber derzeit nicht handeln lassen.
Das Kursbild zeigt, wie stark das Vertrauen gelitten hat. In den vergangenen 52 Wochen bewegte sich die Aktie zwischen 27,20 und 87,10 Pence. Über drei Monate lag die durchschnittliche Wochenbewegung bei 17 Prozent.
Der nächste Schritt ist klar umrissen. Ferrexpo muss die Finanzierung umsetzen, den Audit abschließen und den Jahresbericht 2025 veröffentlichen. Erst danach kann die Aktie an die Londoner Börse zurückkehren. Bis Ende August läuft dafür ein enges Zeitfenster.
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